HANNOVER - Die Bevölkerung in Niedersachsen wird immer älter. Die Zahl der über 85-Jährigen wird sich in den kommenden 50 Jahren fast verdreifachen. Während heute landesweit 183 000 Frauen und Männer in diesem Altersabschnitt leben, werden es 2060 mehr als 536 000 sein. Das ist das Ergebnis von Berechnungen der Statistik-Ämter des Bundes und der Länder. Da die Bevölkerungszahl im gleichen Zeitraum erheblich sinkt, wird der Anteil der über 85-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Niedersachsen von derzeit 2,3 auf rund 8,7 Prozent im Jahr 2060 steigen.

Nach der „12. koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnung“ werden in 50 Jahren in Niedersachsen nur noch knapp 6,2 Millionen Menschen leben. Dies sind rund 1,76 Millionen (22 Prozent) weniger als heute. Selbst nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Niedersachsen dichter bevölkert: 1946 wurden landesweit gut 6,3 Millionen Menschen gezählt.

Niedersachsen wird nach Angaben des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) in 50 Jahren damit hinter dem Saarland (minus 33 Prozent) voraussichtlich den zweithöchsten Bevölkerungsverlust aller westdeutschen Bundesländer aufweisen. In den fünf ostdeutschen Ländern werden sogar durchschnittlich 37 Prozent weniger Menschen leben als heute. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg werde der Bevölkerungsverlust rund zwölf Prozent betragen.

In die Prognosen seien aktuelle Zahlen der vergangenen Jahre unter anderem über Geburten und Sterbefälle, die Bevölkerungsstruktur sowie Zu- und Abwanderungen einbezogen worden, sagte eine LSKN-Sprecherin. Nach den daraus resultierenden Berechnungen werden 2060 in Niedersachsen noch 45 500 Kinder geboren, 28 Prozent weniger als heute. Dagegen werden in jenem Jahr knapp 98 000 Menschen sterben (plus 15 Prozent). Das jährliche Geburtendefizit werde sich auch bei einer steigenden Geburtenrate nicht wesentlich ändern, sagte die Sprecherin.