HANNOVER - Im Streit um die Entgelte für die rund 40 000 Beschäftigten der Diakonie in Niedersachsen haben die Arbeitgeber zwei Prozent mehr Einkommen sowie mehr Urlaub angeboten. Im Gegenzug müssten die Arbeitnehmer aber auch Einschnitte hinnehmen, sagte der Sprecher der Arbeitgeber, Christian Eick, am Donnerstag in Osnabrück. Dazu gehöre eine schrittweise Erhöhung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38,5 Stunden.

Die Arbeitnehmer hatten bereits am Dienstag fünf Prozent mehr Gehalt und einen „Tarifvertrag Soziales“ gefordert. Sie warfen den Arbeitgebern vor, mit ihren Plänen die Einkommen um bis zu 14 Prozent senken zu wollen.

Die Arbeitgeber strebten einen schnellen Abschluss bis Ende April an, betonte Eick: „Unser Angebot gilt jedoch nur im Paket.“ Die Dienstgeber böten höhere Zuschläge für Nacht- und Bereitschaftsdienste sowie bessere Bedingungen für Pflegeschüler. Für jüngere Arbeitnehmer solle der Urlaubsanspruch von 20 auf 30 Tage erhöht werden. Außerdem erhielten die Beschäftigten einen Rechtsanspruch auf eine Altersteilzeitregelung, „die deutlich besser ist, als vom Staat vorgesehen“.

Die Altenheime und die ambulante Altenhilfe sollen dagegen nach den Vorstellungen der Arbeitgeber bei wirtschaftlichen Problemen schneller eine Notlagenregelung in Anspruch nehmen können. Den Mitarbeitenden könnten dann die Jahressonderzahlung auf 40 Prozent und das monatliche Gehalt um bis zu zehn Prozent gekürzt werden.

Eick zufolge wollen die Arbeitgeber auch den Übergang zu höheren Entgeltgruppen erschweren. Dazu solle die Eingruppierungstabelle weiter gespreizt werden. Außerdem sollen die Beschäftigten mehr für die Alterszusatzversorgung zahlen. Die Verhandlungen werden am 13. und 14. April in Hannover fortgesetzt.