HANNOVER - In Niedersachsen sind am Sonntag rund 3000 wegen des Dioxin-Skandals gesperrte Betriebe wieder freigegeben worden. Zumeist handele es sich dabei um Schweinemastbetriebe, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover. Am Sonnabend waren bereits sämtliche 462 vorsichtshalber gesperrten Milchbetriebe sowie über 200 Rindermastbetriebe wieder freigegeben worden. Derzeit bleiben noch 1470 Unternehmen, vor allem mit Legehennen sowie gemischte Hühner- und Schweinemastbetriebe, gesperrt. Der Präsident des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Oldenburg), Eberhard Haunhorst, sprach gegenüber dieser Zeitung von „deutlicher Entspannung“.
In Niedersachsen sollen wegen des Skandals künftig alle Unternehmen überprüft werden, die Zusatzstoffe für die Herstellung von Tierfutter liefern, berichtet das „Westfalen-Blatt“. „Wir wollen sichergehen, dass es nicht weitere Fälle gibt, in denen preisgünstige technische Mischfettsäure zu teurem Futterfett verarbeitet worden ist“, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne.
Unterdessen heizen neue Dioxin-Funde die Debatte um den Verbraucherschutz und die Verantwortung der Bundesregierung an. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hielt ihr einseitige Bedienung von Interessen vor. Um den Export deutscher Fleischprodukte nicht zu gefährden, habe die Regierung kein Interesse, die Futtermittelindustrie stärker zu belasten.
