Hannover/Emden - Das Land Niedersachsen fordert vom Bund ein klares Bekenntnis zum Bau von Batteriefabriken. Das Kabinett brachte eine Bundesratsinitiative auf den Weg, in der vor allem Zugeständnisse bei den Stromkosten gefordert werden. So sollten die Anbieter keine Ökostrom-Umlage zahlen. Denkbar sei auch eine niedrigere Stromsteuer sowie eine Befreiung von Netzentgelten, zum Beispiel für eine Strecke von 30 Kilometern.

Solche Vorschläge zielen auf die vom Land seit Langem gewünschte Batteriefabrik in Emden: Dort gibt es reichlich Windstrom und mit dem künftig auf E-Autos spezialisierten VW-Werk einen direkten Abnehmer.

Dass VW den CO 2 -Ausstoß seiner Werke bis 2025 gegenüber 2010 halbieren will, spricht aus Sicht des Landes ebenfalls für den Ökostromstandort an der Küste. „Da die Energieerzeugung zukünftig ohne CO 2 -Emissionen erfolgen muss, bedeutet dies, dass die Industrie sich dort ansiedeln wird, wo die CO 2 -frei erzeugte Energie verfügbar ist“, sagt Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD/Sande).

Die Debatte um die Batteriefertigung hat nicht erst seit dem Bekenntnis von VW-Chef Herbert Diess zum Umbau des Konzerns auf E-Autos Fahrt aufgenommen: Das Bundeswirtschaftsministerium hat bis zu einer Milliarde Euro Fördergelder für den Bau von Fabriken in Aussicht gestellt, es hatten sich etwa 30 Unternehmen beworben.

Das Bundeswissenschaftsministerium will ebenfalls bis zu einer Milliarde Euro für Forschungsprojekte rund um die Batterie ausgeben. Im Raum Braunschweig/Salzgitter soll ein Forschungsschwerpunkt sowie eine zweite Fabrik entstehen, auch um wegfallende Jobs beim Verbrennungsmotor zu kompensieren. Im ehemaligen Helmstedter Braunkohlerevier sollen die Batterien künftig recycelt werden.


Bei der Standortwahl geht es auch um Joberhalt, denn der Wechsel vom Verbrenner auf die einfacher zu bauenden E-Autos könnte jeden dritten Arbeitsplatz im Automotivbereich in Gefahr bringen.