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Aktualisiert vor 9 Minuten.

Unfall In Oldenburg
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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Umweltminister fährt auf Wasserstoff ab

04.04.2018

Hannover Niedersachsens Umweltminister nimmt notfalls schmerzhafte Erfahrungen in Kauf, um seine Klima- und Umweltschutzziele durchzusetzen. „Ich bin schon ein paar Mal mit dem Kopf gegen verschlossene Türen gelaufen“, räumt Olaf Lies (SPD) mit Blick auf unzählige Vorstöße bei der Bundesregierung ein. Diesmal hat sich der Umweltminister wichtige Verbündete ins Boot geholt: Renate Klingenberg, Vertreterin der chemischen Industrie in Niedersachsen (ChemCoast), und Verkehrsexperte Tobias Merten aus der Zukunftsforschung bei Ernst & Young. Alle eint eine Überzeugung: Niedersachsen braucht einen Durchbruch bei der Technologie, aus Windkraft Wasserstoff-Energie herzustellen – für eine saubere Industrie und umweltfreundlichen Verkehr.

„Japan will bis zu den Olympischen Spielen die gesamte Busflotte auf Wasserstoff umstellen“, nennt Lies ein Beispiel: „Auch wir brauchen eine Tankstellen-Struktur für Autos, Züge und Busse. Wer die Energiewende konsequent zu Ende denkt, kommt deshalb an Wasserstoff nicht vorbei.“ Nur so sei ein Ausstieg aus der Kohleverstromung und aus fossilen Energien möglich.

„Wir haben Wind in Hülle und Fülle“, weist Lies auf den riesigen Vorteil Niedersachsens hin. Daraus Wasserstoff für den Antrieb von Maschinen und Industrieanlagen zu erzeugen, sei keine Hexerei, sondern bereits in Laboren und ersten Praxistests bewährte Technologie. In Hamburg stehe beispielsweise bereits eine Anlage zur Verfügung, die Wasserstoff im Gegenwert von fünf Mega-Watt liefere. Im Rheinland geht bald eine Anlage für zehn Mega-Watt in Betrieb. Lies rechnet für Niedersachsen demnächst mit einer Produktion von 50 Mega-Watt. Aber noch immer nicht genug. „Die Politik muss jetzt handeln“, beschwört die Vertreterin der äußerst energieintensiven Chemie-Industrie, Renate Klingenberg, die Landesregierung. Für die neue Technologie könne beispielsweise der Wind-Strom verwendet werden, der auf dem Markt keinen Abnehmer finde. Verkehrsexperte Merten hält es für „falsch“, bei der Debatte um saubere Fahrzeuge immer nur an Batterien zu denken: „Zum Erreichen unserer ambitionierten klima- und energiepolitischen Ziele kann die Antwort nur lauten: Batterie und Brennstoffzelle.“

Auch Umweltminister Lies sieht keine Chance, das Ziel zu erreichen, dass ab 2030 etwa 65 Prozent der nationalen Energie aus erneuerbaren Quellen stammt – ohne massiven Ausbau der Wasserstoff-Technologie. Energisch fordert der Umweltminister daher bessere Startbedingungen für diese neue Technologie. „Doch das bisherige System aus Umlagen, Investitionen und Steuern verhindert eine wirtschaftliche Erzeugung von Wind-Wasserstoff“, klagt Lies. Diese verschlossenen Türen will Lies jetzt angehen.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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