HANNOVER - Das umstrittene Erdgasförder-Verfahren Fracking birgt auch einer neuen Studie zufolge Risiken. Ein Kreis namhafter Wissenschaftler sieht in dem am Mittwoch in Osnabrück veröffentlichten Papier aber keinen Grund für ein grundsätzliches Verbot der Technik. Zunächst sollten einzelne Vorhaben zugelassen und wissenschaftlich begleitet werden. Nur unter hohen Auflagen sei ein sicheres Fracking möglich, betonen die Wissenschaftler. Die Studie wurde im Auftrag des Energiekonzerns Exxon Mobil erstellt.

Wegen der erheblichen Umweltrisiken lehnen die Wissenschaftler ein Fracking in Trinkwasser- und Heilquellenschutzgebieten ab. „Trinkwasser- und Gewässerschutz gehen vor Energiegewinnung“, heißt es in dem Papier. Die Bohrplätze in Damme und Vechta wurden kritisch beurteilt. Der Vorstandschef von Exxon Mobil in Zentraleuropa, Gernot Kalkoffen, begrüßte, dass der Expertenkreis Fracking unter Auflagen für machbar hält. Er kündigte aber Sicherheitsmaßnahmen an. Schätzungen zufolge lagern in Deutschland 1000 Milliarden Kubikmeter Erdgas.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) sieht sich durch die Studie bestätigt. Fracking sei nicht „risikolos, man sollte die Technologie aber nicht grundsätzlich verbieten“, sagte er dieser Zeitung. Die Opposition kritisierte, Fracking berge „erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt“.