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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Erlaubnis für Wolfsabschuss erhitzt Gemüter

02.02.2019

Hannover Die Abschussgenehmigung für einen Wolf aus dem Rodewalder Rudel im Kreis Nienburg sorgt im Land für heftige Diskussionen. Erst am Donnerstag hatte das Umweltministerium in Hannover auf Medienanfragen zwar widerwillig bestätigt, dass der Abschuss des Tieres „GW717m“ bereits am 23. Januar angeordnet wurde.

Wie die „Entnahme“ konkret vonstattengehen soll, wollte Umweltminister Olaf Lies aber auch am Freitag nicht verraten. Hintergrund sei die heftige öffentliche Diskussion. Im Ministerium fürchtet man offenbar, dass Abschussgegner die geplante Entnahme sabotieren könnten. Deshalb wolle man auch nicht über die Vorbereitungen berichten – sondern die Öffentlichkeit erst nach der Tötung informieren.

Das Leittier des Rodewalder Rudels wäre der zweite Wolf, der seit der Rückkehr der Tiere in Niedersachsen geschossen würde: 2016 hatte Lies-Vorgänger Stefan Wenzel (Grüne) den Abschuss von „MT6“ angeordnet. Das auch „Kurti“ getaufte Tier hatte die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren und galt deshalb als gefährlich.

„GW717m“ macht andere Probleme: DNA-Spuren an gerissenen Tieren zufolge überwindet das Tier auch als wolfssicher deklarierte bis zu 1,20 Meter hohe Herdenschutzzäune und greift Rinder in Herden an – was Wölfe eigentlich ebenfalls nicht tun dürften. Auf das Konto des Rüden gehen den Genproben zufolge Risse geschützter Rinder, auch ein Pony und ein Alpaka vor einem Kindergarten sollen dem Rudel zum Opfer gefallen sein. Im Umweltministerium in Hannover fürchtet man nun, dass das Leittier dieses Verhalten den sechs bis sieben anderen Tieren des Rudels beibringen könnte.

Lies spricht von einem Einzelfall, der vorher ausgiebig durch das Umweltministerium und den nachgeordneten Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) juristisch geprüft worden sei. Demnach sei der Abschuss mit dem Bundesnaturschutzgesetz vereinbar, andere minderschwere Alternativen wie ein Vergrämen seien nicht möglich, sagte Lies. Nach Informationen unserer Redaktion ist diese Meinung innerhalb des Ministeriums und auch beim Wolfsbüro umstritten. Bedenken, dass die Schützen aus Versehen das falsche Tier erlegen, wies Lies zurück. Zwar ist „GW717m“ anders als Kurti nicht besendert. Doch er sei optisch klar erkennbar

Kritik kam vom Naturschutzbund (Nabu). Man bezweifle, dass die rechtlichen Grundlagen ausreichten, habe aber auch keine ausreichenden Informationen, erklärte der Nabu-Landesvorsitzende Holger Buschmann. So sei fraglich, wie Jäger den Rüden von anderen Tieren unterscheiden können, ob die Schäden durch den Wolf wirklich existenzbedrohend für die Nutztierhalter seien und ob die Herden wirklich als wolfssicher angesehen werden können. Die Grünen sprachen von einem „Alleingang“ des Ministers.

Weil derzeit auch in Schleswig-Holstein ein Wolf auf der Abschussliste steht, hat die Debatte um das Tier auch bundesweit wieder an Fahrt gewonnen. Der Deutsche Jagdverband brachte am Freitag in der „Bild“-Zeitung erneut den Abschuss ganzer Rudel ins Gespräch. In Niedersachsen leben derzeit nach Schätzungen des Umweltministeriums etwa 21 Rudel mit mehr als 200 Wölfen.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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