HANNOVER - HANNOVER/DPA - In der Affäre um Gehaltsbezüge von Volkswagen geraten die niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Hermann Wendhausen und Ingolf Viereck immer stärker unter Druck. Für beide lägen bei VW keine Nachweise für konkrete Tätigkeiten vor, berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“. VW wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. „Wir werden am Montag schriftlich den Landtagspräsidenten informieren“, sagte VW-Sprecher Thomas Mickeleit am Sonnabend. Dann läge es an ihm, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Viereck soll laut „Focus“ von VW monatlich rund 5000 Euro, Wendland 3400 Euro erhalten haben. Bei knapp elf Jahren im Parlament drohe Viereck eine Rückzahlung von bis zu 650 000 Euro. Bei Wendhausen seien es bis zu 450 000 Euro. Ohne tatsächliche Arbeit müssen nach dem Bericht Nebeneinkünfte nach dem niedersächsischen Abgeordneten-Gesetz zurückgefordert werden.

Am Freitag hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Jann-Peter Janssen Konsequenzen gezogen und sein Bundestagsmandat niedergelegt. Der 59-Jährige aus Norden reagierte damit auf unterschiedliche Angaben, die er und der VW-Konzern gemacht hatten. VW hatte erklärt, Janssen habe nach seiner Wahl in den Bundestag 1994 noch bis Ende 2004 von VW Gehalt bezogen. Der Abgeordnete, der Betriebsrat bei Volkswagen im Werk Emden war, hatte dies dagegen ausdrücklich bestritten.