HANNOVER - HANNOVER/DPA - Finanzielle Einschnitte in Unternehmen müssen aus Sicht des Vorstands der Kaufmännischen Krankenkasse KKH immer auch die Führungskräfte mittragen. „Wenn wir eine Nullrunde im Unternehmen fahren, dann fahren wir die natürlich auch für die leitenden Mitarbeiter“, sagte der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit in Hannover. Eine Kürzung gelte automatisch auch für Führungskräfte. Wegen teils erheblicher Gehaltserhöhungen einiger Krankenkassenchefs war in Deutschland eine heftige Debatte entbrannt.

„Auch als Vorstand ist man moralisch verpflichtet, sich nicht noch zusätzlich eine Gehaltserhöhung vom Verwaltungsrat absegnen zu lassen“, meinte Kailuweit. Die KKH mit rund 4000 Beschäftigten hatte im Jahr 2003 das Gehalt der Mitarbeiter und des Managements um rund 2 Prozent gesenkt. Das machte nach Kassenangaben insgesamt rund 3 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr gab es zudem eine Nullrunde auf das im Jahr 2003 reduzierte Gehalt. Die KKH mit rund 1,9 Millionen Versicherten ist nach eigenen Angaben die viertgrößte bundesweit tätige Krankenkasse.

Aus Sicht der Bundesregierung sollten die Milliarden-Überschüsse der Krankenkassen zur Senkung der Beitragssätze, und nicht zur Anhebung der Bezüge genutzt werden. Die Gehaltserhöhungen von Kassenchefs in Zusammenhang mit niedrigeren Beitragssätzen zu bringen, bezeichnete Kailuweit als „pure Polemik“: „Das ist politischer Druck, der erzeugt werden soll auf die Vorstände.“