HANNOVER - Niedersachsens Lotto-Chef Rolf Stypmann sieht das staatliche Lotterie-Monopol durch den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag gefährdet. Sollte das Monopol fallen, werde dies verheerende Folgen für die Lotterie-Gesellschaften der Länder haben. „Dann werden wir als 16 kleine Gesellschaften gegen internationale Wettbewerber nicht wettbewerbsfähig sein“, sagte der Jurist. Am Donnerstag hatten die Ministerpräsidenten der Länder den neuen Glücksspiel-Staatsvertrag unterzeichnet.
Das Grundproblem sieht Stypmann darin, dass das staatliche Lotterie-Monopol weiterhin unter anderem mit der Suchtgefährdung begründet wird. „Bei Lotterien haben wir aber so gut wie kein Suchtproblem. Das haben auch die Verwaltungsgerichte festgestellt“, betonte er. Bei den Sportwetten gebe es dagegen eine Suchtgefährdung. „Wenn man jetzt ein gefährliches Produkt wie die Sportwetten liberalisiert, dann werden die Politiker langfristig auch das Lotterie-Monopol liberalisieren müssen“, sagte der Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen. Vom kommenden Jahr an soll es 20 Lizenzen für Anbieter von Sportwetten geben. Die Lösung des Dilemmas sei im ersten Staatsvertrag verpasst worden, meinte der Lotto-Chef. „Man hätte zwei Staatsverträge machen müssen: einen für Sportwetten mit dem Label Sucht als Monopolbegründung und einen zweiten Lotterie-Vertrag mit der Begründung, Betrugsversuche zu verhindern.“
