HANNOVER - Der enorme Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern könnte in Niedersachsen zum Problem beim Erreichen der angestrebten Betreuungsquote von 35 Prozent der unter Dreijährigen bis 2013 werden. Wie eine Umfrage ergab, haben mehrere Kommunen Bedenken, genug qualifiziertes Personal zu finden. „Ich bezweifele, dass bis zu der Zeit in Deutschland die erforderlichen Fachkräfte überhaupt ausgebildet werden können“, sagte der Jugend-Fachbereichsleiter der Stadt Göttingen, Klaus Schmidt.
Zahlreiche Kommunen müssen in den kommenden Jahren insgesamt noch Personal im mittleren dreistelligen Bereich einstellen. In Hannover ist der Bedarf angesichts von 1500 geplanten neuen Krippenplätzen besonders groß.
Bereits in den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl der offenen Stellen für Erzieherinnen und Erzieher von 174 auf 275 in ganz Niedersachsen an. Gleichzeitig waren im vergangenen Jahr bei den Arbeitsämtern noch 1546 Erzieherinnen und Erzieher arbeitslos gemeldet. 2005 waren es noch 2652.
Nach Ansicht des Auricher Kreissprechers Manfred Galka können die Bewerber oftmals nicht ausreichend Qualifikationen vorweisen. Problematisch sei zudem die Finanzierung des neuen Personals. „Die vom Land Niedersachsen bereitgestellten Investitionszuschüsse reichen für eine volle Kostendeckung nicht aus“, sagte Daniel Steinmeier, Sprecher der Stadt Lüneburg. Der langfristige Bedarf sei auf dem Land nicht planbar, so der Kreis Aurich.
Obwohl Niedersachsen vor Jahresfrist mit einer Betreuungsquote von durchschnittlich 9,2 Prozent bundesweit Schlusslicht war, gehen die meisten Städte dennoch davon aus, die geforderten 35 Prozent zu erreichen.
