HANNOVER - Die Bahn plant auch nach Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports 2012 mehrtägige Streckensperrungen zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven. Landespolitik und Hafenwirtschaft sind alarmiert. Die SPD-Opposition warnt vor Behinderungen im Personen- und Güterverkehr in den nächsten Jahren.
Der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven soll im August 2012 in Betrieb gehen. Nach den Plänen der Bahn soll der zweigleisige Ausbau der Strecke Ende 2012 abgeschlossen sein. Aus einem internen Bahn-Papier zum Ausbau, das dieser Zeitung vorliegt, geht aber hervor, dass auch zwischen 2013 und 2015 für die Streckenabschnitte Hahn-Jaderberg, Varel-Sande und Oldenburg-Rastede wegen Untergrundarbeiten mehrfach Totalsperrungen für mehrere Tage geplant sind.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Hannover konnten die zunächst geplanten Totalsperrungen für jeweils zehn Tage am Stück in Gesprächen mit der Bahn verhindert werden. „Wir waren nicht mit den Plänen zufrieden“, sagte Ministeriumssprecher Christian Budde. Auch die Hafenwirtschaft sei besorgt gewesen. Budde kündigte weitere Gespräche mit der Bahn an. „An Sperrungen kommen wir aber nicht vorbei, damit müssen wir leben können.“
SPD-Landeschef Olaf Lies (Sande) reagierte verärgert auf die Bahn-Pläne. Bei den Sperrungen zwischen 2013 und 2015 sei der Hafen „nicht mehr in der Anlaufphase, sondern in vollem Betrieb“, kritisierte Lies.
Viele offene Fragen gibt es auch noch zur Bahnumfahrung Sande (Kreis Friesland). Die Gemeinde befürchtet, dass sie sich an eventuellen Mehrkosten des Projekts beteiligen muss. Lies zufolge dementierte das Land Informationen, nach denen es für die Mehrkosten aufkommt. Sande hat bereits rund eine Million Euro für die Bahnumfahrung eingeplant und geht damit schon jetzt an die finanziellen Grenzen.
