Hannover/Haren - Niedersachsens Reedereien warnen die Landespolitik vor den Folgen eines Ausverkaufs der in der Landesbank Nord/LB liegenden Schiffskredite. In einem am Donnerstag an die Landesregierung und Abgeordnete verschickten siebenseitigen Positionspapier, welches unserer Redaktion vorliegt, sprechen der Reederverein Ems-Dollart, die Interessengemeinschaft Harener Reeder und der Reederverein Unterelbe von „dramatischen Gefahren und Risiken“, welche die „gesamte mittelständisch geprägte Struktur der niedersächsischen maritimen Wirtschaft nachhaltig und dauerhaft gefährden könne“. Das könne nämlich passieren, wenn die Nord/LB auch ihre letzten notleidenden Schiffskredite überstürzt losschlage. Tatsächlich geht die Angst um, bei Abwicklungen könnten Schiffe und Arbeitsplätze insbesondere entlang der Ems-Achse (Leer, Haren, Emden) und im „Alten Land“ bis hin nach Cuxhaven unwiderruflich verloren sein. Und so raten die Reeder, dass die Nord/LB auch künftig Schiffe finanzieren soll.

Was genau mit den verbleibenden Schiffskrediten passieren soll, ließ Niedersachsens Finanzminister und Nord/LB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU) am Freitag im Landtag offen. Dass die Schiffskredite wie früher auch künftig eine wichtige Säule des Geschäfts sein könnten, gilt aber als ausgeschlossen: „Kern des Geschäftsmodells sollen das Firmenkundengeschäft, die Immobilienfinanzierung und das Agrarbanking sowie in Abgrenzung zu den Sparkassen das Privatkundengeschäft sein“, sagte Hilbers.