HANNOVER/HUDE - Die Kuh ist ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde, sagte einst die Künstlerin Paula Modersohn-Becker. Wie sie haben sich im vergangenen Jahr 200 Künstler und Architekten aus dem In- und Ausland mit dem schwarz-weiß-gefleckten Tier beschäftigt, beauftragt von der Landesvereinigung für Milchwirtschaft in Niedersachsen (LVN).
„Kuhpol“ heißt das Projekt, was soviel bedeuten soll, „das sich in Niedersachsen alles um die Milch dreht“, erklärte Kristine Kindler, Geschäftsführerin der Landesvereinigung in Hannover am Montag. „Die Künstler haben symbolarchitektonische Bauwerke entworfen, die den Begriff des Kuhpols umsetzen“, erklärte Kindler den Ideenwettbewerb.
Auch Hude bewirbt sich
Gebaut wird das „Kuhpol-Denkmal“ nun möglicherweise in Hude. „Die Gemeinde hat sich beworben, am Dienstag, 20. Januar, wird die Entscheidung in Berlin getroffen“, sagte Kindler.
Bürgermeister Axel Jahnz wird dort im Rahmen der „Grünen Woche“ die Pläne der Gemeinde vorstellen. „Wir werden in Berlin unseren besten Anzug anziehen“, versprach er am Montag. „Wir werden uns genau positionieren, die Gemeinde und ihre Bedeutung in der Region vorstellen und zeigen, warum wir das Projekt bestens realisieren können. Außerdem werden wir Empfehlungsschreiben vorlegen.“ Wo der Kuhpol in Hude gebaut werden könnte, wollte Jahnz noch nicht verraten. „Darüber reden wir erst, wenn wir die Ausschreibung gewonnen haben“, sagte er. „Um die Finanzierung werden wir uns ebenfalls erst dann kümmern. Klar ist, die Gemeinde kann ein solches Projekt nicht bezahlen.“ Deshalb werde nach einem Zuschlag nach Sponsoren gesucht, zum Beispiel Molkereien, landwirtschaftliche Betrieben oder Lebensmittelherstellern.
„Das Projekt ist deutschlandweit einzigartig“, sagte Kindler. „Uns ist wichtig, dass der Kuhpol in einer Umgebung gebaut wird, in der auch Kühe leben. In der Peripherie von Hannover würde der Standort nicht viel Sinn machen.“
Wie das Denkmal genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Geplant sei grundsätzlich ein multifunktionales Gebäude, in dem sich alles um Kühe, Milch und die Milchwirtschaft dreht. „30 Entwürfe von Künstlern waren in der Endauswahl. Ich denke, dass sich das Bauwerk eng am Gewinnerentwurf orientieren wird“, sagte Kindler.
Zwei fallende Milchtropfen
Dieser zeigt zwei fallende Milchtropfen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der erste Tropfen des Modells ist 17,5 Meter hoch. Er soll als Sinnbild für die Dynamik und Spannung der Milch stehen. Ein zweiter Tropfen soll als Gebäude genutzt werden. Dort soll es Spiel- und Vortragsräume geben.
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