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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Plastik immer unbeliebter

31.05.2019

Hannover /Im Nordwesten Mit dem wachsenden Umweltbewusstsein bei den Verbrauchern setzen die Verkäufer auf Wochenmärkten in Niedersachsen zunehmend auf nachhaltige Verpackungsalternativen. Landwirte nutzten vermehrt Papiertüten für Gemüse und Obst oder Glas für Konserviertes oder Eingelegtes, sagte die Geschäftsführerin der Vereinigung der Norddeutschen Direktvermarkter, Elke Sandvoß.

Dass Plastik bei den Verbrauchern unbeliebter wird, zeigt ein Blick in die Statistik: Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen der privaten Endverbraucher pro Kopf nahm 2016 von 25 Kilogramm auf 24,9 Kilogramm leicht ab. Das geht aus einer Erhebung des Umweltbundesamtes vom vergangenen Sommer hervor. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Dass weniger Plastikverpackungen genutzt werden, könnte auch an der geringen Recycling-Quote liegen: Von den 6,15 Millionen Tonnen an Kunststoffabfällen in Deutschland wurde 2017 laut Umweltbundesamt nicht einmal die Hälfte werkstofflich recycelt.

Auch der Vorsitzende des Fördervereins des Bauernmarktverbandes Hannover, Klaus Hahne, bestätigte die Entwicklung. „Noch bevor die Kunden am Marktstand bedient werden, äußern sie schon, dass sie kein Plastik möchten“, sagte Hahne. Die Verbraucher forderten mehr lose Ware oder alternative Verpackungslösungen.

Das Umweltbewusstsein ist allerdings nicht auf Verpackungen begrenzt: Nach Angaben des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland boomen im Landkreis Leer derzeit sogenannte Melkhuskes. An den vier Milchhäusern können Kunden selbst Milch zapfen. Um die Milch zu transportieren, bringen sie eigene wiederverwendbare Gefäße mit.

Obwohl sich die Wochenmarktverkäufer über die eigenen Behälter der Kunden freuen, sehen sie zugleich ein Risiko im Umgang mit Lebensmitteln. „Bei den Behältern kann der Verkäufer nie wissen, wie gründlich diese gereinigt wurden“, sagte Direktvermarkter-Chefin Sandvoß. Empfindliche Lebensmittel wie Milch würden in nicht ordnungsgemäß gereinigten Behältnissen möglicherweise verderben. Bedenken äußert auch das Veterinäramt in Hannover. Kundeneigene Verpackungen seien für das Befüllen mit offenen Lebensmitteln nicht geeignet. „Wir begrüßen die Müllvermeidung, jedoch müssen auf Wochenmärkten dieselben hygienischen Grundanforderungen gewahrt werden wie im Einzelhandel“, sagte eine Sprecherin. Die Verantwortung läge bei den Wochenmarktständen.

Während der Trend voranschreitet, mahnte Direktvermarkter-Chefin Sandvoß, dass es bislang noch nicht das perfekte Verpackungsmaterial gibt. „Selbst kompostierbare Verpackungen sind möglicherweise aufwendig in der Produktion.“

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