HANNOVER - Angela Merkel wirkt müde. Dabei steht die Kanzlerin an diesem Dienstagmorgen erst am Anfang ihres Rundgangs über die Computermesse CeBIT in Hannover. 14 Unternehmen in knapp zweieinhalb Stunden, im Eiltempo jagt die Kanzlerin mit ihrem Gefolge über die Messe – ein Pflichttermin.
Im Laufe ihres CeBIT-Rundgangs taut Merkel zunehmend auf. Sie macht Späßchen, zeigt neue Handys bereitwillig in die zahlreichen Kameras.
Die Bandbreite der Besichtigungs-Objekte ist groß: Vom Pavillon des CeBIT-Partnerlands Frankreich, der neuen Behörden-Telefonnummer 115 über energieeffiziente Server, neue Handys und schnelle Datenbanken bis zu neuen Geldautomaten und Shoppen im Internet.
Bei Vodafone stellt ihr Deutschlandchef Friedrich Joussen eine neue Handy-Anwendung vor. Bei einem Berlin-Besuch zum Beispiel könnten Touristen mit dem Handy etwa eine Sehenswürdigkeit fotografieren, an eine Servicenummer schicken und erhielten dann nähere Informationen zum gemachten Foto. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff schnappt sich unter dem Gejohle der Fotografen und Kameraleute das Handy und knipst seine Parteichefin – die Datenbank aber kennt das „gesuchte Motiv“ noch nicht. „Das ist aber eine schwere Lücke“, witzelt Merkel.
Beim IT-Unternehmen Funkwerk Dabendorf sagt der Vorstand, ein schneller Internetzugang im Auto arbeite auch bei Tempo 300 störungsfrei – Merkels Replik: „Dann ist das ja eher etwas für einen ICE.“ In der „IT-Bäckerei“ von Microsoft lernt die Kanzlerin, wie viel IT auch beim Backen von Brötchen zum Einsatz kommt, bei der Telekom zeigt ihr Vorstandschef René Obermann, dass ein Handy nun auch die Pulsfrequenz und den Blutdruck des Benutzers messen kann.
Danach wünscht Merkel der Telekom noch viel Erfolg bei deren Umbruch. „Wir wollen als Deutsche auch stolz sein auf unsere Telekom.“ Bei IDS Scheer ist nur ein kurzer Fototermin drin, bei SAP wartet schon Vorstandschef Henning Kagermann auf die Kanzlerin.
Ein Bad in der CeBIT-Menge nimmt Merkel nicht, sie hetzt von Termin zu Termin. Messe-Besucher bleiben stehen, recken ihre Hälse und machen mit ihren Handys Fotos von der Kanzlerin. Um kurz nach halb zwölf ist es geschafft. Merkels Fazit: Die Informations- und Telekommunikationstechnologie verändere immer mehr das Alltagsleben der Menschen. Herausragende Themen sind in diesem Jahr erneut Handys, mobiles Internet und Navigationsgeräte für Autos.
Bilder: www.NWZonline.de/
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