HANNOVER - Hannover/dpa Um die Erntearbeit attraktiver zu machen, hat sich Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) für einen neuen Beruf „Erntefachkraft“ ausgesprochen. „Das könnte ein Anreiz sein für viele Arbeitslose“, sagte Ehlen in Hannover. „Erntefachkräfte könnten bis zu neun Monate eingesetzt werden, dies wäre keine vorübergehende Beschäftigung und eine völlig neue Perspektive.“ Es gebe entsprechende Überlegungen zwischen seinem Ministerium, Bauernverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.
„Erntefachkräfte“ könnten nicht nur Spargel stechen, sondern auch zum Beispiel bei der Erdbeer- oder Himbeerernte helfen. „Diese Leute könnten dann nicht nur drei, sondern neun Monate im Jahr beschäftigt sein“, sagte Ehlen. „Damit wären sie auch nicht gleich nach einer bestimmten Erntephase wieder arbeitslos.“ Im Winter könnten die „Erntefachkräfte“ dann Urlaub nehmen. Es müsse aber sichergestellt werden, dass sie nach neun Monaten Beschäftigung nicht direkt wieder in Hartz IV abrutschten. „Das muss eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden“, sagte Ehlen.
Die umstrittene Erntehelfer-Regelung habe sich nicht bewährt, sagte Ehlen. Diese sah vor, dass für 2006 und 2007 pro Jahr mindestens zehn Prozent der ausländischen Saisonarbeitskräfte aus dem Jahr 2005 durch deutsche Arbeitslose ersetzt werden.
