HANNOVER - HANNOVER/SE - „Altenlast“, „Rentenlast“, „Pflegelast“ – für Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) passen diese Begriffe nicht zu einer modernen Seniorenpolitik. Keine Altengeneration sei jemals zuvor so gut ausgebildet, so finanziell abgesichert und so vielfältig interessiert gewesen wie diese. Das müsse die Gesellschaft nutzen.
Ross-Luttmann präsentierte am Donnerstag in Hannover die künftige Seniorenpolitik der schwarz-gelben Landesregierung. Im Mittelpunkt steht dabei eine „Initiative für generationengerechte Produkte“, die Ende Mai ins Leben gerufen wird. Handy-Tasten seien für Ältere zu klein, Bedienungsanleitung unlesbar und Verpackungen schwer zu öffnen, beklagte die Ministerin eine alltagsuntaugliche Technik. Dabei verfügten Seniorenhaushalte über die beachtlichen Kaufkraft von 308 Milliarden Euro jährlich.
Ross-Luttmann will mit ihrer Initiative der Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Das Unternehmen, dass zusammen mit der Wolfsburg AG gegründet wird, soll vor allem den Mittelstand über die Bedürfnisse der Menschen über 60 Jahre aufklären. Partner sind auch Verbände, Handwerkskammern und Hochschulen. Für die Wirtschaft eröffneten sich hier große Marktchancen, sagte Ross-Luttmann. Oft gehe es um einfache, simple Sachen, deren Entwicklung nicht viel Geld koste. Das Land will für die Beratung 60 000 Euro pro Jahr aufbringen.
Das Ministerium fördert zudem das ehrenamtliche Engagement. Es gebe immer mehr Senioren, die fit seien und sich in die Gesellschaft einbringen wollten, so Ross-Luttmann. Im Juni wird Niedersachsen dem „Netzwerk Europäischer Regionen Seniorenwirtschaft“ beitreten.
Informationen im Internet: www.ms.niedersachsen.de, www.freiwilligenakademie.de
