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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Niedersachsens Arbeitsmarkt auf Rekordniveau

03.01.2018

Hannover Die Menschen in Niedersachsen müssen auch 2018 aller Voraussicht nach keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Die Arbeitslosigkeit dürfte einen historischen Tiefstwert – seit der Wiedervereinigung – erreichen. „Wir gehen davon aus, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter wächst, während die Arbeitslosigkeit noch weiter zurückgeht“, sagte Bärbel Höltzen-Schoh, niedersächsische Landeschefin der Bundesagentur für Arbeit, unter Berufung auf Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Demnach dürften im neuen Jahr im Durchschnitt 234 300 Menschen arbeitslos sein – 3,9 Prozent weniger als 2017. Die Arbeitslosenquote läge dann in Niedersachsen bei 6,0 Prozent. Beides wären nach Angaben der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Werte, die seit der Wiedervereinigung, also seit mehr als 25 Jahren, nicht mehr erreicht wurden.

Nach den bisher letzten Zahlen waren im November 229 430 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 5,4 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats. Auch dies war bereits der tiefste Stand der Arbeitslosenzahlen seit über 25 Jahren. Arbeitsmarktexperten urteilten, die Bereitschaft der Unternehmen, Fachkräfte einzustellen, dürfte angesichts der robusten Konjunktur groß sein.

Allerdings dürfte die Dynamik des Arbeitsmarktes im neuen Jahr etwas nachlassen, erklärte Höltzen-Schoh. Der Grund: Viele Arbeitslose verfügten nicht über die von Unternehmen gesuchten Qualifikationen, dies erweise sich als Beschäftigungsbremse: „Wer keine oder nur veraltete berufliche Qualifikationen mitbringt, hat deutlich schlechtere Chancen.“

Dies gelte umso mehr, da die Anforderungen in den Betrieben angesichts des Trends zur Digitalisierung noch wüchsen. Allerdings könnten die Betroffenen ihre Chancen verbessern, indem sie dazulernten und ihre Qualifikation so aufpolierten.

Trotz des starken Arbeitsmarktes steigt allerdings die Zahl der armutsgefährdeten Menschen im Land, hatte das Landesamt für Statistik erst kürzlich mitgeteilt. Die Quote lag demnach 2016 bei 16 Prozent und damit um einen Prozentpunkt höher als 2011. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen müssen.

Insgesamt rechnen die IAB-Forscher nach Angaben der Arbeitsagentur für 2018 mit durchschnittlich 2,96 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das wären rund 54 000 Menschen mehr als für 2017 erwartet werden.

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