HANNOVER - Die Verträglichkeit von medizinischen Implantaten vom Zahnersatz bis zur künstlichen Hüfte ist bisher wenig erforscht. Um dies zu ändern, haben die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Leibniz Universität und die Tierärztliche Hochschule Hannover den Verbund „CrossBIT“ gegründet.

Mehr und mehr Allergien könnten mit Prothesen zu tun haben, sagte Prof. Henning Windhagen am Freitag in Hannover. Es gebe aber noch keine zuverlässigen Verträglichkeits-Tests. Der Leiter der Orthopädischen Klinik der MHH ist einer der Direktoren des neuen Forschungszentrums. „CrossBIT“ will unter anderem Dienstleistungen für Implantat- Hersteller und die Pharmaindustrie anbieten.

Bundesweit werden laut Windhagen jährlich 150 000 Hüftprothesen und 100 000 künstliche Kniegelenke eingesetzt, Tendenz steigend. Auch Herzklappen, Innenohrelektroden oder künstlicher Knorpel sind Implantate. Hannover sei ein Schwerpunkt der Implantat-Forschung, hieß es.

In der Vernetzung von Ingenieuren, Materialwissenschaftlern, Chemikern und Medizinern liege die Stärke des Standorts, betonte MHH- Präsident Prof. Dieter Bitter-Suermann. „CrossBIT“ ist ein Teil des zukünftigen Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik. Ziel sei es, den Weg vom Labor bis zur Anwendung zu verkürzen, erklärte Prof. Axel Haverich.

Um den renommierten Herzchirurgen in Hannover zu halten, hatte die Landesregierung vor einem Jahr zugesagt, das neue Zentrum zu fördern. In dem 800- Quadratmeter-Laborgebäude arbeiten zum Start etwa 30 Wissenschaftler von allen drei beteiligten Hochschulen. Es sollen bis zu 100 Mitarbeiter werden. Zudem erhoffen sich die Universitäten die Ansiedlung von Start-up-Unternehmen im Umfeld.