HANNOVER/ - HANNOVER/OLDENBURG/DPA/TEHA - Noch immer kehren weitaus mehr Menschen den Kirchen den Rücken, als Neueintritte zu verzeichnen sind. Allerdings – der Mitgliederschwund hat sich verlangsamt. Für die Kirchen in Niedersachsen und Bremen ein positives Signal. Pastor Michael Wohlers kümmert sich in Hannover um Menschen, die wieder eintreten wollen. Er berichtet, dass er gerade in der Weihnachtszeit jede Menge zu tun hatte: „Vor dem Kirchgang am Heiligen Abend will man das noch schnell regeln.“ Bei der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers – mit rund 3,1 Millionen Mitgliedern die größte Landeskirche in Deutschland – sind 7718 Menschen im Jahr 2004 aufgenommen worden, dazu gehören auch Erwachsene, die sich taufen ließen.

Im Vergleich zum Jahr 1990 ist das ein deutlicher Zuwachs, damals gab es 5278 Aufnahmen (immer ohne Taufen). Die Austritte sind dagegen stark zurückgegangen: Im vergangenen Jahr waren es 17 288, 2003 noch 21 775.

„Es ist deutlich zu spüren, dass wieder mehr in die Kirche eingetreten wird“, sagte der Sprecher des Bistums Osnabrück, Hermann Haarmann. Während der Austritt oft aus finanziellen Gründen erfolge, wachse das Interesse an einem Eintritt bei großen Lebenseinschnitten wie Trauer und Tod. Das Interesse an der Kirche steige aber auch bei großen Medienereignissen: „Vom Papsttod und der Papstwahl in diesem Jahr haben sich viele Menschen anziehen lassen.“

Im Offizialat Vechta, das zum Bistum Münster gehört, sind nach Angaben von Sprecher Peter Waschinski zwischen 1995 und 1999 insgesamt 680 Menschen der Kirche wieder beigetreten. Von 2000 bis 2004 waren es 705 Eintritte. Auch bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg ist die Entwicklung bei den Wiedereintritten seit vier Jahren leicht ansteigend (2001: 885, 2004: 907). Auffällig ist aber die kontinuierlich nach unten führende Kurve bei den Kirchenaustritten. Deren Zahl sank von 4823 im Jahr 2001 auf 2848 im vergangenen Jahr, was Bischof Peter Krug als Wende zum Besseren interpretiert.

In der Bremischen Evangelischen Kirche traten in den ersten neun Monaten dieses Jahres 412 Menschen ein, im Jahr 2004 waren es 523.