Hannover - Nach dem Dürre-Sommer im vergangenen Jahr sitzen etliche Landwirte in Niedersachsen nach wie vor finanziell auf dem Trockenen. Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover auf NWZ-Nachfrage mitteilte, warten noch immer rund 1000 Landwirte auf Unterstützung.

Insgesamt seien 4600 Anträge auf Dürre-Nothilfen gestellt worden. Für 2332 Anträge sei der erste Abschlag bewilligt und ausgezahlt. Laut Ministerium sind bisher 17,9 Millionen Euro geflossen. Von den 4600 Anträgen seien etwa 25 Prozent nicht bewilligungsfähig, sodass am Ende etwa 3300 Bewilligungen stünden.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte weiteren Dürrehilfen für dieses Jahr eine klare Absage erteilt. Daraufhin beklagten Landwirte aus dem Oldenburger Land, dass immer noch nicht alle Dürrehilfeanträge vom vergangenen Jahr bearbeitet und ausgezahlt worden seien. „Soviel zum Thema Soforthilfe“, hieß es. Auf die Frage, warum die Bearbeitung so lange dauere, führte das Ministerium drei Gründe an:

„Deutlich mehr Landwirte als abgeschätzt werden konnten sehen sich als existenzbedroht und haben einen Antrag eingereicht.“

„Die Prüfung der Anträge ist aufgrund der umfangreichen Unterlagen sehr zeitaufwendig, da mit dem Antrag eine Einkommenseinbuße von mindestens 30 Prozent und die Existenzgefährdung zu belegen waren.“


„Die Qualität der Anträge ist sehr unterschiedlich. Oftmals sind die Unterlagen unvollständig, sodass weitere Informationen bei den Antragstellern erfragt werden müssen.“

Das Ministerium kündigte an, dass alle Anträge bis Mitte Mai bearbeitet und die Abschlagszahlungen überwiesen sein sollen. Gleichzeitig begrüßte Otte-Kinast die geplante Bundesratsinitiative von Bayern für eine staatlich gestützte Dürreversicherung. „Ich stimme Bayern zu: Wir müssen weg von Adhoc-Lösungen und hin zu einer externen Risikovorsorge bei extremen Wetterereignissen“, betonte die Landwirtschaftsministerin auf NWZ-Nachfrage.

Viel diskutiert: Lesen Sie hier die Kommentare von Facebook-Nutzern zur Ankündigung von Agrarministerin Barbara Otte-Kinast, in diesem Jahr keine Dürrehilfen zu gewähren (Klicken Sie auf das Kommentar-Symbol)

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