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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

13 000 weitere Windanlagen in Nordsee?

10.07.2019

Hannover /Norddeich /Werlte Der Netzbetreiber Tennet spricht sich für den massiven Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee aus. „Wir müssen schneller werden, als wir es heute sind“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens am Dienstag in Hannover.

Nach ersten Studien und vorläufigen Tests schlägt ein internationales Konsortium unter Tennet-Beteiligung den Bau mehrerer großer Windenergie-Verteilkreuze auf künstlichen Inseln und Verteilerplattformen in der südlichen Nordsee vor: Diese sollen bis zum Jahr 2045 insgesamt 180 Gigawatt Energie von etwa zusätzlichen 13 000 Offshore-Windrädern sammeln und zum Verbraucher transportieren.

Dies reicht nach Berechnungen von Meyerjürgens aus, um die Energieerzeugung in weiten Teilen Europas komplett zu dekarbonisieren. „Aus unserer Sicht ist es ein zentraler Schlüsselfaktor zur Erreichung der Klimaziele“, sagte der Tennet-Chef.

Den Analysen zufolge ist der Aufbau eines solchen Verteilernetzes technisch machbar. Ein erstes Verteilerkreuz mit einer Kapazität von bis zu 15 Gigawatt solle demnach in den 2030er-Jahren in Betrieb genommen werden. Wo genau dieses gebaut werden soll, ist noch unklar. Als denkbare Standorte gelten vier Gebiete vor der Küste Dänemarks oder der Niederlanden.

Auf auf Dienstag veröffentlichen Unterlagen ist mit gutem Willen die bestehende Offshorestrom-Anlandung in Norddeich (Ørsted) und die Wasserstoff-Anlage („Power to Gas“) im Emsland u.a. von Audi und EWE zu erkennen. Sie könnten mehr Volumen bekommen – dies gilt gerade bei Wasserstoff als Voraussetzung für preisliche Konkurrenzfähigkeit.

Für die Umsetzung der Pläne müsste der Windkraftausbau in der Nordsee deutlich beschleunigt werden. Laut Tennet waren bis Ende 2018 rund 13 Gigawatt Windenergie in der Nordsee installiert, die Zubaurate betrug zuletzt etwa zwei Gigawatt pro Jahr. Der Aufbau eines internationalen Verteilnetzes mit Anschlüssen nach Deutschland, Dänemark, die Niederlande und womöglich auch Großbritannien und Norwegen würde nach vorsichtigen Schätzungen einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten.

Allerdings sei der Anschluss um etwa 30 Prozent preiswerter als bisher, sagte Meyerjürgens. Eine Alternative zum Ausbau gibt es seiner Ansicht nach nicht, will Europa die Klimaziele von Paris erreichen: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden wir die notwendigen Ziele nicht erreichen“, sagte er. Das Konsortium fordert eine internationale Kooperation der Nordseeanrainer, um die Planung voranzutreiben. „Wir laden die Regierungen ein, das mit uns zu diskutieren. Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung nicht eines Nationalstaats, sondern der ganzen Welt“, sagte der Tennet-Manager.

Die Experten untersuchten auch Szenarien für die Strom-in-Gas- sowie Strom-in-Wasserstoff-Umwandlung auf See und an Land. Im Rahmen des Pilotprojektes soll in den 2030er Jahren an Land Strom in Gas umgewandelt werden. Dies helfe, Engpässe im Stromübertragungsnetz zu überwinden, sagte Meyerjürgens. Bei einer Offshore-Umwandlung könnten künftig zum Beispiel auch Schiffe auf See betankt werden.

Zu dem Konsortium gehören auch Netzbetreiber aus den Niederlanden und Dänemark wie Energienet und Gasunie sowie der Hafen von Rotterdam. Zum Start vor zwei Jahren hatte den Planern ein einziges riesiges Windenergie-Verteilkreuz im Bereich der Doggerbank in der Nordsee vorgeschwebt. Jetzt erscheint der schrittweise Ausbau von etwa zwölf Strom-Verteilkreuzen praktikabler.

Jetzt seien die politischen Entscheidungsträger am Zug, betonte Meyerjürgens. Das Konsortium hoffe auf Gespräche der Regierungen Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande. „Wir sind auch daran interessiert, die Diskussion über die Beteiligung anderer Nordseeländer wie auch der Übertragungsnetzbetreiber Großbritanniens und Norwegens zu eröffnen“, hieß es. Die Windenergie-Branche unterstütze die Pläne.


 Info: Suchwort „Verteilkreuz“ unter     www.tennet.eu/de 
Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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