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Öffnung Für Private Investoren Denkbar NordLB zurück in Gewinnzone

Thomas Strünkelnberg

Hannover - Norddeutschlands größte Landesbank NordLB arbeitet inmitten der Spekulationen über eine mögliche Privatisierung an der eigenen Neuausrichtung. Dabei wird der Einstieg von Finanzinvestoren nicht ausgeschlossen, ist aber nur eine von mehreren Optionen.

Gemeinsam mit den Eigentümern werde an einem „umfassenden Konzept“ zur Stärkung der Kapitalquoten sowie zur höheren Profitabilität gearbeitet, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle am Dienstag. „Hierfür werden die verschiedensten Optionen geprüft, dazu gehört auch die Möglichkeit, die Bank für privates Kapital zu öffnen.“ Auch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft werde diskutiert, ebenso eine mögliche Kapitalspritze durch die Eigentümer. Im vergangenen Jahr war die Bank nach Milliardenverlusten 2016 wieder profitabel, der Abbau riskanter Schiffskredite kam voran.

Gespräche über Kapitalstärkung

Entscheidungen in der Frage der Kapitalstärkung gebe es noch nicht, sagte Bürkle. „Wir sind in intensiven Gesprächen, um alle Optionen auszuloten.“ Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Bank langfristig sicherzustellen. Ein tragfähiges Konzept solle noch im laufenden Jahr „zur Entscheidungsreife gebracht“ werden. Entscheidend seien die Prioritäten der Eigentümer. Die Landesbank ist im gemeinsamen Eigentum der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die niedersächsische FDP befürchtet, dass die Kernkapitalquote durch Steuergelder aufgestockt werden muss.

Ziel sei, die harte Kernkapitalquote auf mindestens 13 Prozent zu erhöhen, sagte Bürkle. Dies solle so schnell wie möglich erreicht werden. Zum Jahresende 2017 sei diese Quote auf 12,2 Prozent gestiegen, im laufenden Jahr werde sie leicht sinken. Damit erfülle die NordLB alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Kapitalausstattung. Die Bank geht davon aus, dass die Bankenaufsicht die Anforderungen an die Kapitalquote weiter erhöht. Kapitalpolster sind für Geldhäuser wichtig, um Krisen abzufedern.

Geschäft mit Schiffskrediten

Zu den Risiken zählt weiter die Schiffsfinanzierung: Das schwierige Geschäft mit Schiffskrediten hatte der Landesbank 2016 einen Verlust von 1,96 Milliarden Euro eingebrockt. Im vergangenen Jahr kehrte die NordLB in die Gewinnzone zurück – unter dem Strich fiel ein Ergebnis von 135 Millionen Euro an. Im laufenden Jahr erwartet die Landesbank erneut schwarze Zahlen.


Mit einer Risikovorsorge von 986 Millionen Euro – im Vorjahr waren es rund 2,96 Milliarden Euro – hinterließ die Schifffahrtskrise auch 2017 Spuren in der Bilanz. Bis zum Jahresende wurde den Angaben zufolge das Schiffsfinanzierungsportfolio von 16,8 Milliarden Euro auf 12,1 Milliarden Euro gesenkt. Die „problembehafteten Kredite“ in der Schiffsfinanzierung sollten von derzeit 8,2 Milliarden Euro auf unter 5 Milliarden Euro bis Ende 2019 sinken, sagte Bürkle.

Die Transformation der Bank – etwa mit Blick auf die Fusion mit der Bremer Landesbank (BLB) - laufe auf Hochtouren, sagte Bürkle. Auch der geplante Stellenabbau bei der BLB komme voran: Für rund 90 Prozent der 423 Stellen, die entfallen sollen, seien bereits „konkrete vertragliche Lösungen auf freiwilliger Basis“ gefunden worden. Insgesamt will die NordLB bis 2020 rund 1250 von derzeit 6450 Stellen streichen, vor allem in Hannover.

Mit Ausnahme der Schiffsfinanzierung waren laut Finanzchef Hinrich Holm alle Sparten, darunter die Flugzeugfinanzierung, im vergangenen Jahr profitabel.

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