Hannover/Oldenburg - Nach dem extrem trockenen Sommer mit teils existenzbedrohenden Folgen für die Landwirte sind bisher knapp 1000 Anträge auf Dürrehilfe in Niedersachsen eingegangen. Noch sei nicht klar, ob alle Anträge berechtigt seien, sagte eine Sprecherin des Agrarministeriums. Die Erfassung in einer zentralen Datenbank beginne erst, so dass zum Beispiel Angaben zur Antragssumme derzeit nicht möglich seien. Seit dem 1. November können Landwirte Anträge auf Hilfen stellen.
Aus Sicht der in Oldenburg ansässigen Landwirtschaftskammer ist auch der bisherige Herbst für viele Landwirte zu warm und zu trocken. „Die anhaltende Trockenheit bis in den Oktober hinein hat teilweise einen gleichmäßigen Aufgang der Kulturen beeinträchtigt“, sagte der Sprecher Walter Hollweg.
Insbesondere der Raps, der zwischen Ende August und Mitte September bestellt wurde, habe wegen der ausgetrockneten Böden Anlaufschwierigkeiten. Die milde Witterung begünstige zudem unter anderem die Blattlaus bei Getreide und Raps.
„Aktuell wünschen sich die Beerenobstbauern weitere Niederschläge, denn der Boden ist bislang nur an der Oberfläche feucht geworden“, sagte Hollweg.
Wegen der milden Temperaturen hätten vereinzelt Erdbeerpflanzen wieder Blüten und Früchte ausgebildet. Das sei derzeit noch kein Anlass zur Sorge. Wichtig für die weitere Entwicklung der Erdbeeren sei aber auch die Winterruhe der Pflanzen. Am besten sei es für sie, wenn sich die Temperaturen langsam, aber stetig dem einstelligen Grad-Celsius-Bereich nähern und dort für eine Weile blieben.
