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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Zwischen „Katastrophe“ und „blauem Auge“

16.10.2019

Hannover /Oldenburg Als eine Ernte zwischen „Katas­trophe“ und „mit blauem Auge davongekommen“, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Dienstag die diesjährige niedersächsische Erntebilanz beschrieben. Die Erträge seien regional stark unterschiedlich ausgefallen. Dafür seien zwei Faktoren verantwortlich, so Kammerpräsident Gerhard Schwetje in Hannover: die regional sehr unterschiedliche Regenverteilung und das unterschiedliche Wasserspeichervermögen der Ackerböden.

Die Getreideernte fiel mit gut sechs Millionen Tonnen um etwa 28 Prozent höher aus als im schwachen Vorjahr. Im Durchschnitt mehrerer Jahre war sie durchschnittlich. Die zu erzielenden Preise lagen allerdings um knapp zehn Prozent unter Vorjahresniveau.

Bei Kartoffeln wurden mit 4,8 Millionen Tonnen etwa 16 Prozent mehr als im Vorjahr geerntet, was aber auch auf eine um fast zehn Prozent vergrößerte Anbaufläche zu-rückzuführen ist. Im westlichen Niedersachsen mit wenig Regen und fehlenden Beregnungsmöglichkeiten gab es starke Ertragseinbußen. Die Preise für Speisekartoffeln liegen derzeit etwa 20 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Bei Mais, der zu 90 Prozent „verfüttert“ wird (für Tiere und Biogasanlagen), nennt die Kammer Ertragsausfälle von 20 bis 40 Prozent, bei starkem Wassermangel sogar von mehr als 50 Prozent.

Großer Verlierer im Ackerbau war der Raps. Zwar stie-gen die Erträge nach vier Rückgangsjahren 2019 wieder. Die Betriebe bauen allerdings immer weniger Raps an, da auch der daraus erzeugte Biodiesel in der Dieselab-satzkrise steckt.

Ein „ganz schwieriges Jahr“ erlebten die für den Norden bedeutenden Grünlandbetriebe. Zur Trockenheit gesellte sich hier Mitte des Jahres eine Mäuseplage, die nach Aussage der Kammer zu „schlechten bis katastrophalen Erträgen“ führte.

Vor dem Hintergrund von trockeneren Sommern wird die Beregnung immer mehr zu einem Thema für die Landwirtschaft. „Allerdings werden die erlaubten Wasserentnahmemengen regional knapp“, erläuterte Schwetje. „Dabei haben wir eigentlich kein Mengenproblem, sondern in erster Linie ein Verteilungsproblem.“ Außerdem bedeute Beregnung auch zusätzliche Kosten für den Landwirt: „Bei 100 Millimeter Niederschlag aus der Düse – ein nicht ungewöhnlicher Wert – sind das 300 bis 500 Euro je Hektar.“ Der Kammerpräsident forderte ein Wassermanagement.

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