HANNOVER/OLDENBURG - Das Elektromobil, das der Oldenburger Energieversorger EWE und der angeschlagene Osnabrücker Cabrio-Spezialist Karmann in Koproduktion entwickeln, soll im September fahren. „Das Projekt ist definitiv nicht gefährdet“, sagte Peter Harbig, Sprecher der Geschäftsführung bei Karmann, am Dienstag bei der Präsentation eines ersten 1:2-Modells auf der Hannover Messe.

Das „E 3“ genannte Auto soll eine Reichweite von rund 150 bis 200 Kilometern haben und eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 140 Kilometern pro Stunde erreichen. Insgesamt sollen vier bis sechs Prototypen entstehen, die EWE mit Mitarbeitern und Kunden testen will. Das Fahrzeug soll etwa so groß wie ein Golf werden, vier Personen Platz bieten und einen vollwertigen Kofferraum haben. „Damit bieten wir ein vollwertiges Fahrzeug im A-Segment, während alle anderen Elektroautos momentan noch Kompromisse eingehen“, erläuterte Peter Harbig. Auch seien die eingebauten Komponenten keine „Zukunftstechnik“, sondern prinzipiell bereits auf dem Markt verfügbar.

„Die Zukunft der Mobilität gehört den Elektroautos“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff bei der Präsentation auf der Hannover Messe. Einen kleinen Kritikpunkt an dem ausgestellten silbermetallicfarbenen Modell konnte sich Wulff allerdings nicht verkneifen: „So schön die blaue Außenanzeige des Batteriestandes aussieht – ich finde, die Tankanzeige gehört nach innen.“

Mit dem Auto wolle EWE Erfahrungen bei der Integration von Elektroautos in das Stromnetz sammeln, sagte der Vorstandsvorsitzende des Versorgers, Werner Brinker. So soll unter anderem ein Abrechnungssystem erprobt werden, mit dem das Auto in Stromnetzen verschiedener Anbieter aufgeladen werden kann. Der Wagen soll auch überschüssige Energie zurück ans Stromnetz liefern.