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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

NordLB soll kleiner und regionaler werden

02.02.2019

Hannover /Oldenburg Niedersachsens Landesbank NordLB soll in öffentlich-rechtlicher Hand bleiben – sich aber sonst grundlegend wandeln: Das kündigten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am Freitag in Berlin an.

Kurz zuvor hatte das Landeskabinett in einer Telefonkonferenz beschlossen, ein am Tag zuvor vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) unterbreitetes Angebot zu einer gemeinsamen Auffanglösung weiterzuverfolgen. Zwei andere Ideen sind vom Tisch: Der Einstieg der US-Investmentfonds Cerberus und Centerbridge oder eine Abwicklung der Bank. Diese hätte Risiken für den gesamten Bankensektor bedeutet, das Angebot der Investoren sei zu schlecht gewesen. „Gemessen an den Alternativen ist das die mit Abstand die beste Lösung“, sagte Weil.

1,5 Milliarden vom Land

Diese Lösung sieht vor, dass der DSGV 1,2 Milliarden Euro in die NordLB pumpt. Das Land Niedersachsen soll 1,5 Milliarden Euro geben und dazu noch Garantien in Höhe von etwa einer weiteren Milliarde abliefern. Mit der Kapitalerhöhung soll sich die Bank auch grundsätzlich wandeln. Sie wird „wesentlich kleiner sein“, sich „,mehr auf regionale Geschäfte konzentrieren“ und soll finanziell robuster werden, sagte Weil. Denn mit der Robustheit, sprich ausreichendem Eigenkapital, hatte es die Bank zuletzt nicht so. Und das, obwohl das Land und somit am Ende der Steuerzahler schon öfter mit Millionen für Kapitalerhöhungen ausgeholfen hat.

Aus dem Landeshaushalt will Hilbers die 1,5 Milliarden Euro übrigens nicht nehmen. Stattdessen soll das Beteiligungsmanagement des Landes entsprechende Schulden machen, die dann über künftige Erträge der Bank abgebaut werden sollen. Niedersachsen verfügt über ein umfangreiches Beteiligungsmanagement, etwa werden die VW-Aktien des Landes über die HanBG gesteuert.

Die NordLB ist wegen der Reedereikrise in Not geraten: Wegen fauler Schiffskredite mussten sowohl die inzwischen im Konzern aufgegangenen Tochter Bremer Landesbank (BLB) als auch das Haupthaus in Hannover Milliarden abschreiben. Und obwohl die anderen Geschäftsfelder in den vergangenen Jahren sieben Milliarden Euro verdienten, wie Hilbers am Freitag vorrechnete, schmolz das Kernkapital dank laufender Wertberichtigungen im Schiffsportfolio dahin.

Inzwischen ist die kapitalschwache Bank ein Fall für die Bankenaufsicht und die EU-Kommission, denn noch immer haben die Hannoveraner Schiffskredite in Höhe von sieben Milliarden Euro in ihren Büchern stehen. Die sollen nun in zwei Tranchen aus der NordLB genommen werden: Ein Paket könnte demnach gebündelt an einen interessierten Finanzinvestor gehen. Andere Beteiligungen könnten nach und nach über eine so genannte „Bad Bank“ abgebaut werden.

Umbau geht weiter

Doch der Umbau soll noch deutlich weitergehen: Die Braunschweiger Landessparkasse, bisher nur Abteilung der NordLB, soll auf Dauer aus dem Konzern ausscheiden und eigenständig werden. Die Förderbank Sachsen-Anhalt ebenfalls.

Für die NordLB-Belegschaft dürften die ungemütlichen Zeiten indes weitergehen: Aktuell hat die Bank noch etwa 5900 Mitarbeiter, steckt bereits mitten im Abbau von 1250 Stellen im Rahmen eines laufenden Sanierungsprogramms. Doch das dürfte nicht reichen: Am Ende könnten etwa 3500 bis 3900 Kollegen übrig bleiben, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Und auch Standorte wie Bremen (als Sitz der früheren BLB) oder Oldenburg sind nicht mehr heilig: Hilbers gibt aktuell nur für Hannover und Braunschweig Standortgarantien ab. „Dass noch mehr Personal abgebaut werden soll als bislang geplant, ist ein Schlag in die Magengegend der Beschäftigten“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft „Verdi“, Detlef Ahting.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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