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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

NordLB steht vor Richtungsentscheidung

28.01.2019

Hannover /Oldenburg Bei der Suche nach Investoren für die NordLB liegt das gemeinsame Angebot von zwei Finanzinvestoren vor. Welche Unternehmen es sind, teilte die Bank am Samstag nicht mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um die US-Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge. Ob das Unternehmen Apollo noch im Rennen ist, war zunächst unklar. Das Geldhaus arbeitet mit den Eigentümern an einem Konzept zur Stärkung von Kapitalquoten und Profitabilität.

Was istbislang bekannt?

Die Eigentümer der NordLB streben eine Umwandlung der Landesbank an, die neben einer Stärkung der Eigenkapitalquote auch einen einfacheren Zugang zum Kapitalmarkt ermöglicht. Offiziell hielten sich alle Beteiligten bisher äußerst bedeckt mit Details zum Bieterverfahren. Dennoch wurde bekannt, dass zuletzt drei private Bieter im Rennen um eine Beteiligung an der NordLB waren. Dabei soll es sich um die US-Investoren Cerberus und Centerbridge sowie Apollo gehandelt haben. Überraschend war, dass letztlich zwei Finanzinvestoren ein gemeinsames Angebot abgaben. Bei den Beschäftigten befeuerte die Investorensuche die Angst vor einer Zerlegung der Bank. Ein privater Investor soll maximal 49 Prozent der Anteile erwerben können. Ein Wert unter 50 Prozent wäre wichtig, um im Haftungsverbund der Landesbanken bleiben zu können.

Wie geht esjetzt weiter?

Die Bank will das gemeinsame Angebot der beiden Finanzinvestoren gründlich prüfen und gemeinsam mit den Trägern über das weitere Vorgehen entscheiden. Parallel dazu will sich auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) auf seiner Mitgliederversammlung am 31. Januar in Berlin mit der Frage eines möglichen Engagements bei dem Geldhaus befassen. Als wahrscheinlich gilt dann am Tag drauf ein Treffen bei der europäischen Bankenaufsicht in Frankfurt.

Werden dennSteuergelder fließen?

Die Möglichkeit, staatliches Geld bei der trotz ihrer Pro-bleme im Kern gesunden NordLB einfließen zu lassen, besteht wegen der Regularien nicht. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hatte stets wiederholt, dass bei einer Refinanzierung der NordLB ein Griff in den Steuertopf ausgeschlossen sei. Das Land strebe eine Lösung an, die ohne Beihilfe auskomme und von der auch das Land profitiere. Beihilfen gelten als problematisch, da die EU-Behörden das als klassische Subventionen sanktionieren könnten. Hilbers Vorstellungen kreisen daher ums Wort „Beteiligungsmanagement“ – übersetzt: eine Gesellschaft mit Landesbeteiligung. Dabei würde nicht das Land selber tätig, sondern es wird über die Gesellschaft Geld von Kapitalgebern aufgenommen, die auf möglichst gute Rendite hoffen.

Wieso ist die NordLB infinanzieller Schieflage?

Die NordLB mit ihren rund 5900 Mitarbeitern – davon etwa 900 an den ehemaligen Standorten der früheren Bremer Landesbank in Bremen (600) und Oldenburg (300) – leidet seit Längerem unter Schiffskrediten, bei deren Rückzahlung die Schuldner Schwierigkeiten haben. Zudem muss die Bank ihre schwache Kapitaldecke stärken, um steigenden EU-Anforderungen gerecht zu werden. Medienberichten zufolge müssten die Eigentümer bei einer Beteiligungslösung eine Summe von 3,5 Milliarden Euro stemmen.

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