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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Personalmangel trifft Nordwest-Bahn hart

27.04.2019

Hannover /Oldenburg /Leer Kleiner Trost für viele Bahn-Nutzer, die nicht wie geplant reisen konnten: Die zahlreichen Verspätungen und Ausfälle im niedersächsischen Schienen-Nahverkehr werden den Gewinn der betroffenen Bahngesellschaften drücken. Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG/Hannover), die die Zugverbindungen bei Anbietern bestellt und bezahlt, hat die sogenannten „Besteller-Entgelte“ für verspätete oder ausgefallene Züge für 2018 um 6,2 Millionen Euro gekürzt, wie Sprecher Rainer Peters gegenüber unserer Zeitung erläuterte.

Der entsprechende Trend – mehr Ausfälle und Verspätungen, also auch mehr finanzielle Sanktionen – hat sich damit offenbar fortgesetzt. In den Vorjahren waren die Kürzungen von 3,46 Millionen Euro über 4,9 auf zuletzt 5,5 Millionen Euro gestiegen, so Peters.

Wie berichtet, war es auch im Oldenburger Land zu großer Verärgerung über Verspätungen und Zugausfälle gekommen, mit Höhepunkt in diesem Winter auf Strecken der Nordwest-Bahn (NWB), vor allem Esens-Sande – was bei betroffenen Kommunen für einigen Unmut sorgte. Der NWB fehlten Lokführer. Diese Phase wird sich allerdings erst voll in der Endabrechnung für 2019 niederschlagen.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft kündigte unterdessen „zur Verbesserung der Betriebsqualität“ mehr Duck auf die Bahn-Anbieter an. Man reagiere und nehme „die Unternehmen stärker in die Pflicht“, so LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl. „Wir haben bereits begonnen, in europaweiten Ausschreibungen, wo wir die Federführung haben, je nach Größe des Netzes bestimmte Quoten für die Ausbildung von Lokführern vorzugeben. Außerdem bestimmen wir konkrete Personalreserven vor Ort, die bei Ausfall eines Lokführers zum Zuge kommen“, erläuterte Schwabl. Das Gleiche gelte für die Vorhaltung einer größeren Fahrzeugreserve.

Insgesamt fielen nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft 2018 2,7 Prozent aller Regionalverkehre in Niedersachsen aus. Dies seien 0,4 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Dagegen sank die Quote der pünktlichen Züge auf 89,9 (Vorjahr: 92,2) Prozent.

Als Verspätungen gelten Züge, die zwar fuhren, aber später als fünf Minuten am Bahnsteig eintrafen, erläuterte LNVG-Sprecher Peters. Aus Sicht der Bahn-Nutzer kommen – besonders unangenehm – noch die Zugausfälle hinzu: 630 000 Bahnkilometer (1,4 Prozent) wurden 2018 „geplant“, also mit Ankündigung, aus dem Fahrplan genommen – eine Zunahme um mehr als 30 Prozent. Als Hintergrund gelten Maßnahmen zur Substanz-Verbesserung des stark beanspruchten und teils vernachlässigten Netzes.

Deutlich zugenommen (plus acht Prozent auf 560  000 Zug-Kilometer) haben jedoch auch die „ungeplanten Zugausfälle“: Diese seien „für Reisende besonders frustrierend, weil sie sich darauf nicht einstellen können und in vielen Fällen von den Betreibern auch kein Notverkehrs mit Bussen organisiert werden kann“, weiß man bei der LNVG. Auch davon können Schüler, Berufspendler und Touristen ein Lied singen.

Die niedrigste Pünktlichkeitsquote schaffen 2018 Züge im Expresskreuz Osnabrück-Bremen-Bremerhaven und Hannover-Norddeich mit 85,1 Prozent (DB Regio). Dies bedeutete 1,7 Prozent Rückgang.

„Merklich eingetrübt“ habe sich die Pünktlichkeitsbilanz im „Weser-Ems-Netz“ der NWB (Osnabrück-Wilhelmshaven/Esens) mit 86,6 Prozent – im Jahresvergleich eine Verschlechterung um 3,7 Punkte. „Die mit der LNVG vereinbarten Zielwerte wurden nicht erreicht“, heißt es in Hannover. „Entspannt“ sei die Situation auf der Emslandlinie (Emden/Münster) der Westfalenbahn: „Lediglich 78 Zug-Kilometer seien wegen Personalmangels ausgefallen.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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