HANNOVER/OLDENBURG - Schlechte Nachricht für Weser-Ems: Mehr Fördermittel fließen in Region Lüneburg.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER/OLDENBURG - Der Mittelstand in Niedersachsen blickt nach einer längeren Durststrecke wieder optimistischer in die Zukunft. Die Auftragsbücher füllen sich langsam, Kredite für Investitionen werden stärker nachgefragt und auch die Bereitschaft zur Schaffung neuer Arbeitsplätze wächst offenbar. Das ist das Ergebnis des Mittelstandstags Niedersachsen in Congress Centrum Hannover. Einziger Wermutstropfen für die Region Weser-Ems: Die EU wird ihre Fördermittel künftig stärker auf den ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg konzentrieren.

„Der Mittelstand wird an Bedeutung zunehmen“, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) am Mittwoch in Hannover. Das Land werde zusammen mit der N-Bank auch künftig maßgeschneiderte Unterstützung für mittelständische Unternehmen bieten. Hirche sieht die Finanzierung der Wirtschaftsförderung durch Berlin und Brüssel gesichert. Das Ministerium will mit einem Innovationsfonds die Modernisierung der niedersächsischen Wirtschaft vorantreiben.

Der Chef des niedersächsischen Sparkassenverbandes, Thomas Mang, sieht den norddeutschen Mittelstand im Aufschwung. Als Indiz dafür nannte er die gestiegene Nachfrage nach Krediten im vergangenen Jahr und in der ersten Hälfte dieses Jahres. Der „Mittelstand neigt nicht zu Euphorie, die Fakten sprechen aber eine deutliche Sprache“, erklärte Mang. Der Direktor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, Georg Litmathe, betonte die hervorragenden Perspektiven für den Nordwesten. Der Mittelstand in der Region sei „im Aufbruch in internationale Märkte“. Das werde auch positive Effekte für die Beschäftigung in der Region haben. Litmathe forderte den Bau der Küstenautobahn A 22 und der Magnetschwebebahn Eurorapid. Das könne weiteren Schub geben.


Hirche wies auf die Umschichtung der EU-Fördermittel für Wirtschaft und Arbeitsmarkt ab 2007 hin. Niedersachsen darf bis 2013 rund 1,4 Milliarden Euro erwarten. Das Geld werde verstärkt in den Bereich Lüneburg fließen. Einig waren sich alle Teilnehmer in ihrer Forderung nach mehr Bürokratieabbau in Deutschland. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Mittelstand müssten verbessert werden.