Hannover/Papenburg - Angesichts der aktuell wirtschaftlich guten Lage hat Bernard Krone, Firmenchef des gleichnamigen Fahrzeugherstellers mit Hauptsitz im emsländischen Spelle und Vorsitzender des Job-Bündnisses Ems-Achse (siehe Infokasten), davor gewarnt, sich zurückzulehnen. Beim neunten Parlamentarischen Abend der Ems-Achse in Hannover sagte der Unternehmer jetzt vor mehr als 400 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden: „Unser Wohlstand ist nicht Gott gegeben, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Wenn wir alle gemein-sam jetzt nicht aufpassen, werden wir international abgehängt.“

Krone benannte konkrete Probleme und erhob deutliche Forderungen in Richtung der Landesregierung, vertreten durch verschiedene Minister sowie den Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und seinen Stellvertreter, den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). So forderte Krone beispielsweise den Abbau von bürokratischen Hürden. „Großprojekte dauern inzwischen inklusive Planung Jahrzehnte und man gewinnt den Eindruck, es ist gar nicht gewollt, dass etwas passiert oder beschleunigt wird. Von der Steuererklärung auf dem Bierdeckel sind wir so weit entfernt wie noch nie“, beklagte der Wirtschaftsvertreter und kritisierte zudem: „Jahrzehntelang wurden die Investitionen in Straße, Schiene und Kanäle vernachlässigt und sie sind auch heute noch – im Vergleich zu den Steuereinnahmen – viel zu gering. Das Gleiche gilt für Investitionen in Digitalisierung und Mobilfunk.“ Das Ganze sei „besonders ärgerlich“, weil Geld da sei. „Rekordeinnahmen bei den Steuern, erwirtschaftet von den Menschen und Un-ternehmen. Das ist kein Freibrief, um aus politischem Kalkül Wohltaten zu verteilen, sondern dieses Geld unserer Gesellschaft muss sinnvoll in-vestiert werden“, forderte Krone.

Krone erhielt für seine deutlichen Worte viel Beifall, obgleich es auch kritische Töne gab, die das Bild Niedersachsens nicht ganz so düster sahen. Regierungschef Weil setzte in seinem Grußwort einen Kontrapunkt zur Krone-Rede und wies auf die vielen Stärken Niedersachsens und die hohe Leistungsfähigkeit hin. Das Land habe selten so gut dagestanden, wie derzeit. „Und wir werden mit aller Kraft daran arbeiten, dass sich dieser Aufwärtstrend weiter fortsetzt“, versprach der Ministerpräsident.