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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Paradise Papers: Praktiken einiger Banken ins Visier geraten

09.11.2017

Hannover Die Enthüllungen der „Paradise Papers“ über dubiose finanzielle Praktiken haben nun auch die deutsche Finanzbranche erreicht. Mehrere Banken werden Medienberichten zufolge verdächtigt, mit illegalen Internet-Casinos Geschäfte zu machen und systematisch gegen deutsche Gesetze zu verstoßen. Einige Geldhäuser wie die DZ-Bank, die Postbank und die Hypovereinsbank nähmen Geld für unerlaubte Glücksspielangebote entgegen, behaupteten „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) und NDR. Andere Banken führen demnach für Offshore-Glücksspielanbieter Konten, über die Auszahlungen an Spieler abgewickelt würden.

Zu möglichen Geschäftsbeziehungen deutscher Banken mit illegalen Internet-Casinos sieht das niedersächsische Innenministerium die Strafverfolgungsbehörden in der Pflicht. Einem Verdacht möglicher Geldwäsche müssten die entsprechenden Behörden nachgehen, sagte ein Sprecher des Ministeriums, das bundesweit für die Aufsicht über derartige Zahlungsströme zuständig ist. Sein Haus sei bereits entsprechend aktiv geworden, sagte er, ohne weitere Details zu nennen.

In Deutschland sind meist die Länder für die Regulierung von Lotterien, Sportwetten oder Kasinospielen zuständig. Für die meisten Glücksspiele gilt ein staatliches Monopol. Nur für Sportwettenanbieter wurde der Markt geöffnet – er bildet laut Ulrike Eppe aus Niedersachsens Glücksspielreferat eine Grauzone. Flankiere ein Online-Anbieter sein illegales Angebot mit einer Sportwette, werde für die Banken eine Trennung zwischen legaler und illegaler Aktivität nur schwer erkennbar. Ihr Referat habe noch keine Strafanzeige gegen Banken erstattet, so Eppe: „Wir verfolgen einen kooperativen Ansatz.“

Mehrere Banken wiesen Vorwürfe zurück. Man erlaube und dulde nicht, dass über Konten des Instituts Transaktionen im Zusammenhang mit illegalem Glückspiel abgewickelt würden, hieß es bei der Postbank. Die DZ-Bank betonte, sie habe zu keinem Zeitpunkt eine Geschäftsbeziehung zu Online-Casinos gehabt, nur „eine Geschäftsbeziehung zu einem zwischengeschalteten Zahlungsverkehrsdienstleister“. Dies sei im E-Commerce üblich. Die Aktie der ebenfalls in Berichten genannten Firma ­Wirecard geriet unter Druck.

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