HANNOVER - Kein Ende im Lokführer-Streik bei den Privatbahnen: Nach mehrwöchigem Arbeitskampf und einer am Sonnabend abgeschlossenen Streikrunde bleiben die Positionen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und den Konkurrenten der Deutschen Bahn festgefahren. Auch in Niedersachsen und Bremen wollte die GDL am Montag ihren Ausstand fortsetzen.
„Wo genau die Schwerpunkte sein werden, können wir noch nicht vorhersagen“, hieß es vor Streikbeginn aus der Frankfurter Gewerkschaftszentrale. Betroffen seien unter anderem die Anbieter Metronom und Westfalenbahn sowie die Güterzüge der Osthannoverschen Eisenbahn. Metronom reagierte verärgert auf die neuerlichen Behinderungen. Der Streik soll bis Donnerstagmorgen um 2 Uhr dauern.
Der private Bahnanbieter fühlte sich von der Ankündigung der Lokführer überrumpelt, den Start des Streiks erstmals auf einen Nachmittag zu legen. Bei Zugausfällen am Morgen habe der Kundenservice rechtzeitig Fahrgäste informieren können. „So war es möglich, für den Pendlerverkehr Züge zu nennen, die trotzdem fahren oder nur verspätet sind. Das klappt dieses Mal nicht“, so die Firmensprecherin.
Auf der Strecke Cuxhaven-Hamburg war bei Metronom am Montag wieder ein Schienenersatzverkehr geplant, zwischen Stade und Hamburg sollte die S-Bahn der Hansestadt aushelfen.
GDL-Sprecher Stefan Mousiol bekräftigte nach dem Tarifkompromiss mit der Deutschen Bahn in der vorigen Woche die Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Rahmentarifvertrag für die rund 26 000 Lokführer.
Gelassen sah die Nordwestbahn aus Osnabrück der Streikrunde entgegen. „Wir waren bisher nur wenig betroffen“, so eine Sprecherin. Am Montag kam es aber zu zwei Ausfällen. Auf den Strecken Bremen-Vechta-Osnabrück und Oldenburg-Osnabrück ist zudem mit Verspätungen zu rechnen.
