HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die privaten Glücksspielanbieter graben der staatlichen Lotterie immer mehr das Wasser ab. Der Gewinn der Toto-Lotto Niedersachsen GmbH habe sich im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent im Vergleich zu 2004 verringert, berichtete das Unternehmen am Mittwoch in Hannover. Auffällig sei vor allem der enorme Rückgang bei der Kombi-Sportwette Oddset. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres sei ein Minus von 25 Prozent zu verzeichnen.
„Wir kommen in eine Todesspirale wenn illegale Anbieter, wie „betandwin“, nicht verboten werden oder den Wettbewerb nicht unter gleichen Bedingungen bestreiten“, sagte Geschäftsführer Rolf Stypmann. Rund 32 Prozent des Umsatzes müsse die Lotteriegesellschaft an Steuern und Konzessionsabgaben leisten, mit denen unter anderem Sport, Kultur und Altenpflege gefördert werden. Daher liege die Gewinnauszahlung bei Oddset bei rund 60 Prozent. Da die Konkurrenz diese Abgaben nicht leiste, könne sie gut 92 Prozent ausgeschütten. „Der Spieler reagiert auf die besten Quoten und die kriegt er nicht bei uns, sondern bei der Konkurrenz“, räumte Stypmann ein.
Auch von dem für den kommenden Dienstag erwarteten Urteil des Bundesverfassungsgericht zu diesem Aspekt rechnet Stypmann nicht mit einer Verbesserung. „Die illegalen Anbieter werden sich an Gesetzesvorlagen nicht halten und ihre Produkte weiter über das Internet vermarkten.“ Helfen könne dann nur die Sperrung dieser Seiten wie bei der Kinderpornografie.
Auch die Konjunkturschwäche bereitet der Lottogesellschaft Sorgen. Im vergangenen Jahr ging sowohl die Anzahl der Lotto-Spiele von 93,7 Millionen auf 86,3 zurück, als auch der Einsatz pro Tipp. 2004 hatten die Spieler durchschnittlich 6,21 Euro riskiert, im Vorjahr nur 6,08 Euro. Im vergangenen Jahr wurden 24 Spieler bei Lotto Niedersachsen zu Millionären.
