HANNOVER - Die Wirtschaft in Niedersachsen wächst nur relativ langsam. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik und des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr preisbereinigt um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2006 hatte der Wert der Güterproduktion und der erbrachten Dienstleistungen noch um 2,4 Prozent zugenommen.

Nach Schätzungen war das BIP in der ersten Jahreshälfte 2007 noch um 2,5 Prozent gewachsen. Die Dynamik habe dann aber nachgelassen. Die niedersächsische Wachstumsrate erreichte deshalb im Gesamtjahr nicht das Bundesergebnis (2,5 Prozent). Bayern führt mit 2,9 Prozent.

Das Wirtschaftsministerium in Hannover sprach von einer „leicht unterdurchschnittlichen Entwicklung“. Niedersachsen habe in den vergangenen Jahren beim Wachstum aber kräftig zugelegt, sagte Sprecher Andreas Beuge dieser Zeitung. Als Grund für die Stagnation 2007 nannte er die Absatzprobleme in der Autoindustrie, von der das Land stark abhängig sei. VW habe zwar einen hervorragenden Start ins neue Jahr gehabt. „Es ist aber wichtig, dass wir uns auch in anderen Bereichen stärker aufstellen.“

Die SPD-Opposition im Landtag sieht in den Wirtschaftsdaten dagegen ein „schlechtes Zeugnis“ für die CDU/FDP-Landesregierung. Niedersachsen habe im Vergleich weiter an Boden verloren, erklärte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner. „Herr Wulff muss endlich aufwachen und darf nicht länger die Augen vor der Realität verschließen.“

Die Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe Niedersachsens (plus 4,2 Prozent) stieg, geringer als in den meisten anderen Bundesländern (plus 6,2 Prozent). I den Bereichen Handel sowie Gast- und Beherbergungsgewerbe erreichte die wirtschaftliche Leistung nicht das Vorjahresergebnis. Rechnet man aus den Zahlen die Preisveränderungen nicht heraus, kam es nominal in Niedersachsen zu einem Anstieg des BIP um 3,7 Prozent (Bund: 4,3 Prozent).


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