HANNOVER - Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann hat der umstrittenen Sterbehilfeorganisation Dignitas eine Verletzung der Menschenwürde vorgeworfen. „Der Name der Organisation ist geradezu Hohn mit Blick auf ihr Handeln“, sagte Käßmann vor der Synode der hannoverschen Landeskirche am Donnerstag. „Es erscheint mir geradezu zynisch, wie hier im Deckmäntelchen von Humanität gewerblich Sterbehilfe angeboten wird. Das ist ein Geschäft mit der Angst und dem Tod.“

Stattdessen müsse es mehr Sterbebegleitung und einen Ausbau der Palliativmedizin geben, sagte Käßmann. Sie rief zum Ausfüllen einer Patientenverfügung auf. Viele Menschen verdrängten den Tod und sähen in einer Beihilfe zur Selbsttötung einen selbstbestimmten Ausweg.

Aufgabe der Kirche sei es, den Menschen Mut zum Leben zu machen, auch aber Mut, das eigene Sterben vorzubereiten.

„Wir müssen mit Betroffenen, Angehörigen und Pflegepersonal darüber sprechen, damit nicht dieses hochsensible Thema wortgewaltigen Blendern überlassen wird“, sagte die Bischöfin. Die umstrittene Schweizer Organisation Dignitas hatte Anfang November zwei Deutschen auf einem Parkplatz den Selbstmord ermöglicht.