HANNOVER - Im Streit um die Entsorgung von 170 000 Tonnen Asbestmüll aus der Region Hannover hat die beauftragte Firma das Land Schleswig-Holstein verklagt. Das Wirtschaftsministerium in Kiel habe dem Unternehmen am vergangenen Mittwoch eine Unterlassungsverfügung zugestellt, um den ins Auge gefassten Transport von Teilen des Abfalls auf eine Deponie bei Lübeck zu verhindern, sagte ein Sprecher der Region Hannover am Montag.

Daraufhin habe das Entsorgungsunternehmen nun ein Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Schleswig angestrengt. Auch Mecklenburg-Vorpommern, wohin der größere Teil des Industrieabfalls geliefert werden soll, hat sich aufgrund von Gesundheitsgefahren durch den Asbestmüll gegen das Vorhaben gestellt.

Die für Montag geplanten Transporte seien daher entgegen ursprünglicher Planungen vorerst nicht gestartet, sagte ein Sprecher der Region Hannover. Noch am Sonnabend hatten Anwohner der Mülldeponie in Mecklenburg-Vorpommern gegen die geplante Asbestentsorgung demonstriert.