Hannover - Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen – in Niedersachsen ist mehr als jedes vierte Kind chronisch krank (29 Prozent). Zwischen Stadt- und Landkindern gibt es große Unterschiede. Und ab dem zwölften Lebensjahr leidet knapp ein Viertel aller Jungen und Mädchen in Niedersachsen unter Rückenschmerzen beziehungsweise Muskel-Skelett-Problemen.

Das sind die zentralen Ergebnisse des Kinder- und Jugendreports der DAK-Gesundheit, für den die Krankenkasse Versichertendaten von rund 64 000 Kindern bis einschließlich 17 Jahren in Niedersachsen ausgewertet hat. Insgesamt leben in Niedersachsen laut Landesstatistik 1 330 408 Kinder und Jugendliche. Die DAK bezeichnet ihre Studie, die auf Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016 basiert, als repräsentativ.

Atemwegserkrankungen stehen insgesamt auf Platz 1 der häufigsten Erkrankungsarten im Kindesalter. Mehr als die Hälfte (54,8 Prozent) aller Jungen und Mädchen in Niedersachsen leidet mindestens einmal pro Jahr unter einem grippalen Infekt oder einer Bronchitis. In der Häufigkeit dahinter folgen Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen, psychische Leiden und Hauterkrankungen. Stadtkinder leiden häufiger unter Zahnkaries (plus 31 Prozent), krankhaftem Übergewicht (plus 14 Prozent) und sind stärker von Verhaltensstörungen und Depressionen betroffen (plus elf, plus zehn Prozent). Landkinder hingegen haben häufiger eine akute Bronchitis (plus sieben Prozent).

Für Arzneimittel und Arztbesuche zahlt die DAK-Gesundheit bei Stadtkindern mehr Geld. „Am höchsten ist die Differenz im Arzneimittelbereich. Wir haben hier 2016 durchschnittlich für jedes Landkind 162 Euro ausgegeben, für jedes Stadtkind 202 Euro, also knapp ein Viertel mehr“, betonte Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Vertretung Niedersachsen, am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts in Hannover.