HANNOVER - HANNOVER/DPA - Längere Arbeitszeiten im Öffentlichen Dienst führen aus Sicht von Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) zwangsläufig zum Abbau von Jobs. Befürchtungen der Gewerkschaften, die Forderungen der Länder gefährdeten mehr als 100 000 Stellen, seien aber überzogen, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder am Freitag in Hannover. „Dass es zum Abbau von Stellen kommt, wenn man statt 38,5 Stunden 40 Stunden arbeitet, ist doch klar.“

Die jüngste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Ländern über ein neues Tarifrecht für die 900 000 Landesbediensteten war am Donnerstag ergebnislos zu Ende gegangen. Am 24. April wird weiter verhandelt.

Die Länder hatten es bislang abgelehnt, den Anfang Februar in Potsdam ausgehandelten Tarifvertrag zu übernehmen. Dort hatten sich Bund und Kommunen als Arbeitgeber und Gewerkschaften auf eine grundlegende Reform des 40 Jahre alten öffentlichen Tarifrechts geeinigt. Die Beschäftigten sollen demnach künftig bei flexibleren Arbeitszeiten stärker nach Leistung bezahlt werden.

Die Länder wollen aber längere Arbeitszeiten und Abstriche beim Weihnachts- und Urlaubsgeld durchsetzen. „Verdi“ fordert die Rückkehr zur 38,5-Stunden-Woche und den Erhalt des Weihnachts- und Urlaubsgeldes für die etwa 900 000 Landesbeschäftigten bundesweit.

„Wir bewegen uns da zur Zeit in einem tariffreien Raum. Entweder es muss Öffnungsklauseln für die Länder geben, oder man lässt diesen Bereich ungeregelt, oder es gibt gar keinen Tarifvertrag“, sagte der CDU-Politiker.


Längere Arbeitszeiten seien länderspezifische Forderungen ohne parteipolitischen Hintergrund. „Hinter die können wir nicht zurückfallen“, betonte Möllring.