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Tiefwasserhafen Weiter Ärger um Ursache für Schäden am Jade-Port

HANNOVER - Weiter Ärger um den Jade-Weser-Port und die Ursache der Schäden an der Kaje: Nach Informationen des NDR-Magazins „Hallo Niedersachsen“ hatten Hersteller der Tragbohlen und Hafenexperten bereits 2008 davor gewarnt, beim Rammen auf eine so genannte Mäkler-Führung zu verzichten. Die Realisierungsgesellschaft hatte diesem Vorschlag der bauausführenden Firma im Sommer 2008 zugestimmt.

Dem NDR liege ein Baubesprechungsprotokoll vor, wonach bereits im September 2008 „Verdrehungen von Tragbohlen“ festgestellt wurden. Im Januar 2009 habe die bremische Hafengesellschaft Bremenports in einem Vermerk darauf hingewiesen, dass beim Beibehalten der Rammtechnik „mit etwa 150 Schlosssprengungen gerechnet werden könnte“.

Von der Realisierungsgesellschaft beauftragte Gutachter sehen im Verzicht auf den Mäkler nicht die Ursache für die aktuell 175 Risse in der Spundwand. Die damalige Warnung sei im Aufsichtsrat behandelt worden, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Heiner Heseler (Bremen). Nach Rücksprache mit Experten habe man sie aber als unbegründet zurückgewiesen.

Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) wies die neuen Vorwürfe zu Baumängeln zurück. „Was da steht, ist sauber gerammt worden“, sagte Bode dieser Zeitung. „Es ist normal, dass es mal Probleme gibt.“ Aber diese seien behoben worden. Nach Angaben des Ministers sind weder die Tragbohlen noch die Rohre in der Kaje verantwortlich für die Schlosssprengungen. Bode vermutet hinter den neuen Horrormeldungen den alten Streit um die Bauweise. Hochtief habe einen anderen Vorschlag zum Rammen gemacht, Bunte habe aber mit seinem Nebenangebot den Zuschlag erhalten.

SPD-Landesvize Olaf Lies (Sande) kritisierte, dass Zeit verschenkt worden sei. Die ersten Schlosssprengungen seien schon seit September 2011 bekannt. „Hätte die Landesregierung das nicht als normal abgetan, sondern sich intensiv um Lösungen bemüht, wäre der Zeitdruck jetzt nicht so groß.“ Auch die Klärung der Ursache sei keinen Schritt weiter gekommen. Lies warf der Landesregierung „unprofessionelles Umgehen“ mit dem Projekt vor.


 @ Ein Spezial unter

http://www.NWZonline.de/jadeport

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