HANNOVER - Gewalt, traumatische Erlebnisse bei Verbrechen und Unfällen, 16-Stunden-Tage, Wechselschicht – die täglichen Belastungen machen eine Vielzahl der Polizisten krank. Dies wird nun erstmals durch eine Pilotstudie belegt. Die Uni Göttingen hat mit der Forschungsstelle Arbeitsmedizin in Freiburg 112 der 18 000 niedersächsischen Beamten befragt und medizinisch untersuchen lassen.
Dabei seien, mehr als in anderen Berufen, Schlaflosigkeit, Stress sowie kritische Befunde des Hör- und Sehvermögens und auch erhöhte Anzeichen eines Burn-Out-Syndroms zutage gekommen, sagte die Leiterin der Studie, Astrid Heutelbeck. Insbesondere die Belastungen des täglichen Wechsels zwischen Früh-, Spät- und Nachtdienst seien so hoch wie in keinem anderen Beruf. Auffällig sei zudem der geringe Anteil verheirateter Polizistinnen und die deutlich höhere Scheidungsrate insgesamt.
Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Thomas Kliewer, forderte neue Schichtsysteme, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine Reduzierung der Arbeitsbelastung.
