Hannover/Varel/Nordenham - Die norddeutschen Standorte der Airbus-Tochter Premium Aerotec sehen sich beim geplanten Stellenabbau bei Europas größtem Flugzeugbauer kaum betroffen. „Die Standorte hier sind gut ausgelastet und wähnen sich auf der sicheren Seite“, sagte ein Sprecher der niedersächsischen Staatskanzlei nach einem Treffen mit den Arbeitnehmervertretern am Dienstag in Hannover. Neben dem Gesamtbetriebsratschef Thomas Busch hatten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), die Minister Bernd Althusmann (CDU/Wirtschaft) und Björn Thümler (CDU/Wissenschaft) sowie drei Betriebsräte der Standorte in Varel und Nordenham teilgenommen.
Althusmann erklärte: „Bislang gibt es keine Anzeichen, dass niedersächsische Standorte von möglichen Verkaufsabsichten betroffen sein könnten.“ Die Landesregierung plane zudem ein Förderprogramm für die Branche. „Um Niedersachsen langfristig zu einem der wichtigsten Standorte der Luft- und Raumfahrtbranche in Europa auszubauen, werden wir möglichst noch im kommenden Jahr ein Förderprogramm auflegen.“
„Die Standorte in unserer Region sind nicht bedroht“, versichert auch Thümler (Berne) im Gespräch mit der NWZ. Es gehe jedoch um die Frage, wie die Landesregierung die Standorte stärken könne, betont der Wissenschaftsminister, der an das 130-Millionen-Euro-Programm der einstigen Wulff-Regierung für Luft- und Raumfahrt erinnert.
Thümler plädiert dafür, den Technologie-Transfer hin zur praktischen Anwendung zu verbessern, beispielsweise bei Materialforschung sowie Klebe- und Niettechnologie. „Dazu wird es eine enge Kooperation des Wissenschafts- und des Wirtschaftsministeriums mit den Unternehmen geben“, so Thümler, „gekoppelt an Standort-Garantien.“
