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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Steinhoff soll neu aufgestellt werden

21.04.2018

Hannover /Westerstede Der in einen Bilanzskandal verwickelte deutsch-südafrikanische Handelskonzern Steinhoff will sich neu aufstellen, um einen Weg aus der Krise zu finden. Bei der Hauptversammlung in einem Konferenzhotel bei Amsterdam sprach die Aufsichtsratsvorsitzende Heather Sonn am Freitag von einer „Krise von massivem Ausmaß“. Allerdings sei die Gruppe bei der Aufarbeitung der Krise auf einem guten Weg, sagte sie vor etwa 200 Investoren. Sonn: „Ich kann berichten, dass gute Fortschritte erzielt wurden.“

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Bei der live ins südafrikanische Kapstadt übertragenen Veranstaltung gab das Management einen ersten Überblick über die Lage. Demnach beziehen sich die Ermittlungen der deutschen Justiz in erster Linie auf die Konditionen der Übernahme der Poco-Kette. Am 25. April sei eine erste Anhörung angesetzt. Die Firma hat nach eigenen Angaben korrekt gehandelt, als sie Poco in ihrem 2016er Abschluss konsolidiert hätten.

Alle Nachrichten über den Möbelriesen Steinhoff finden Sie im NWZ-Spezial

Die von Firmengründer und Namensgeber Bruno Steinhoff aus dem niedersächsischen Westerstede aufgebaute Gruppe gilt als Europas zweitgrößter Möbelkonzern und will bei dem Treffen den Aufsichtsrat teilweise auswechseln. Zwar wird der im SDax notierte Konzern längst aus Südafrika geführt, hat aber bis heute seine Europazentrale in Westerstede, wo etwa die Logistik-Tochter Global Warehouse tätig ist. Ende 2017 stürzte die Steinhoff-Gruppe in die Krise: Bilanzen waren offenbar manipuliert worden, der Börsenkurs gab krachend nach.

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Die Steinhoff-Gruppe zog die Jahresabschlüsse von 2016 und 2015 offiziell zurück, nachdem sich die Hinweise auf Manipulationen verdichteten. Unklar ist, ob auch frühere Bilanzen überprüft werden müssen - auch hier liegen erste Hinweise auf Manipulationen vor.

In Südafrika wie auch Deutschland beschäftigt der Konzern bereits die Behörden. Die Finanzaufsicht Bafin etwa droht der kriselnden Muttergesellschaft der Billig-Möbelhauskette Poco mit einem Zwangsgeld in Millionenhöhe, wenn es nicht nach dem Buchstaben des Gesetzes die Finanzberichterstattungspflichten einhält. Immerhin: Der Abschluss fürs Geschäftsjahr 2016 muss neu erstellt werden, der für die zwölf Monate bis Ende September 2017 wurde gar nicht erst veröffentlicht. Auch das südafrikanische Parlament schaltet sich bereits in den Skandal um mutmaßliche Bilanzmanipulationen ein.

In Niedersachsen, wo der Konzern seine Wurzeln hat, werfen die oppositionellen Grünen im Landesparlament ebenfalls Fragen nach den Hintergründen der möglichen Bilanzfälschungen bei dem unter Druck geratenen Konzern auf. Sie hinterfragen vor allem die Rolle der Verantwortlichen des deutsch-südafrikanischen Einzelhandelskonzerns und die Zuständigkeiten in der weit verzweigten Unternehmensgruppe.

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Konkret will der Grünen-Abgeordnete Stefan Wenzel in seinem Fragenkatalog wissen, welche Unternehmensteile die Steinhoff Familienstiftung in Westerstede oder die Steinhoff Familienholding GmbH Oldenburg halten, welche Institutionen ermitteln und welche Banken in welchem Ausmaß betroffen sein könnten. Von Westerstede aus würden auch heute noch Teile des Geschäfts der an den Börsen in Frankfurt und Johannesburg (Südafrika) gelisteten Gruppe gesteuert, so Wenzel. Er wirft die Frage auf: „Welche Wirtschaftsprüfer haben die etwa 700 Tochterunternehmen des Konzerns in den letzten 10 Jahren geprüft?“

Das Unternehmen hatte sich in jüngster Zeit von Unternehmensteilen getrennt, um sich frisches Geld zu beschaffen. Steinhoff hatte zuletzt bei der seit dem Sommer börsennotierten Tochter Steinhoff Africa Retail seine Beteiligung reduziert. „Hauptfrage der Versammlung wird sicherlich auch sein, wie es weitergeht: Ist man jetzt hoffnungslos überschuldet oder gibt es noch Perspektiven für das Geschäftsmodell?“, sagt Aktionärsvertreter Kurz. Er beklagt: „Wir haben ja nach wie vor eine Situation, in der wir keine Zahlen haben.“

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