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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wettlauf um Flüssiggas-Hafen

31.08.2018

Hannover /Wilhelmshaven Die Bundesregierung hat noch keine Vorentscheidung für den Standort eines Flüssiggasterminals an der deutschen Küste gefällt. „Wir präferieren keinen Standort“, betonte ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) gegenüber unserer Redaktion.

Er widersprach damit dem Eindruck, der Bund setze auf den schleswig-holsteinischen Standort Brunsbüttel, wo bereits erste Aktivitäten aufgebaut wurden. Bei einem Besuch in Kiel vergangene Woche hatte Altmaier betont, die Chance für „ein solches Projekt hat sich in den letzten Wochen erheblich erhöht“.

Niedersachsen liefert sich mit Schleswig-Holstein ein Rennen um den ersten deutschen Terminal und schlägt die Standorte Wilhelmshaven oder Stade vor. In Wilhelmshaven engagiert man sich schon seit Jahren für eine entsprechende Ansiedlung. Ohnehin ist die Jade-Sadt längst eine Energie-Drehscheibe.

Auch die Oldenburgische IHK steht hinter dem Vorhaben eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Die Kammer forderte eine eigene Institution, die sich ganz auf Details des Vorhabens konzentrieren soll. Das Flüssiggas (LNG steht für „Light Liquefied Gas“) gilt nicht nur als sauberer Schiffstreibstoff. Ins Gasnetz eingespeist, kann importiertes LNG auch die Abhängigkeit Deutschlands vom russischen Gas verringern. Daher will der Bund den Terminalbau nun forcieren – bis zum Jahresende soll es den ersten Förderbescheid geben.

Dabei will man sich aber nicht zwingend auf einen Standort konzentrieren: „Auch mehrere LNG-Termi­nals können meines Erachtens infrage kommen“, heißt es in einem unserer Redaktion vorliegenden Brief Altmaiers an Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Althusmann hatte zuvor darauf hingewiesen, dass mit Stade ein neuer Bewerber bereitstehe. Eine Projektgruppe um den Chemiekonzern Dow hat im Mai entsprechende Pläne vorgestellt. Damit wären drei mögliche Standorte im Rennen – neben Wilhelmshaven und Brunsbüttel auch Stade.

Für den bisher von Niedersachsen präferierten Standort Wilhelmshaven enthält der Brief Altmaiers keine gute Nachricht. Der Wirtschaftsminister erklärt, die Standortfrage müsse „von den Investoren entschieden werden“. Wilhelmshaven hat demnach bisher offenbar keinen. Zudem hat die Bundesnetzagentur bereits am 12. Dezember 2017 Wilhelmshaven als möglichen Einspeisepunkt aus dem aktuellen Netzentwicklungsplan (NEP) Gas gestrichen. Damit planen Netzbetreiber derzeit quasi ohne die Stadt am Jadebusen. Für Wilhelmshaven habe keine „wirksame Reservierung“ vorgelegen, sagte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur unserer Redaktion.

Da Stade sich zum Zeitpunkt der Planerstellung noch nicht gemeldet hatte, plant der NEP im Zeitraum von 2018 bis 2028 derzeit nur mit Brunsbüttel. Dort sind Kapazitäten in Höhe von 8,7 Gigawatt angemeldet. Der Antragsteller geht von einer Inbetriebnahme 2022 aus.

Die FDP-Fraktion im Landtag fürchtet, dass Niedersachsen den Wettlauf um ein Terminal verliert. Sie fordert von der rot-schwarzen Landesregierung eine niedersächsische LNG-Strategie.

Klaus Wieschemeyer
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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