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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Stade statt Wilhelmshaven oder Brunsbüttel?

30.05.2018

Hannover /Wilhelmshaven In die Debatte um ein deutsches Terminal für Flüssiggas (LNG) kommt Bewegung: Jenseits lokaler Berichterstattung weitgehend unbeachtet, kündigte der Chemiekonzern Dow zusammen mit einer frisch gegründeten LNG Stade GmbH den Bau eines Importterminals am Dow-Werk in Stade an. Die Investition an der Elbe vor den Toren Hamburgs soll etwa 500 Millionen Euro kosten und bis zu 15 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs importieren können.

Damit werden die Karten im Rennen um ein deutsches Terminal neu gemischt. Bisher lieferten sich Wilhelmshaven sowie Brunsbüttel in Schleswig-Holstein einen Wettlauf um den ersten deutschen Import-Standort. Brunsbüttel sah sich bisher wegen eines Industrieparks als Abnehmer und der Nähe zum Hamburger Hafen im Vorteil. LNG könnte demnach das Schweröl als Schiffsantrieb ablösen.

Nun kommt Stade ins Spiel – mit politischer Unterstützung: Bei dem offiziellen Termin am Freitag posierte der örtliche Landtagsabgeordnete Kai Seefried unter anderem mit Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (beide CDU) für das Pressefoto.

Althusmanns Vorgänger Olaf Lies (SPD/Sande) hatte sich dagegen immer für Wilhelmshaven ausgesprochen. „Alle bisher vorliegenden Studien zeigen, dass Wilhelmshaven die besten Voraussetzungen für den Bau eines Terminals bietet. Dies gilt sowohl für die nautische Erreichbarkeit, die zur Verfügung stehenden Flächen, die Anbindung ans europäische Pipelinenetz und die unmittelbare Nähe zu großen Gaskavernenspeichern“, sagte der jetzige Umweltminister mit dem Wilhelmshaven-nahen Wahlkreis Friesland dieser Zeitung.

Im Wirtschaftsressort hört sich das nun anders an: Die rot-schwarze Landesregierung habe im Koalitionsvertrag keine standortbezogenen Festlegungen getroffen, sagt eine Ministeriumssprecherin. „Folglich ist die Strategie der Landesregierung auch nicht auf einen einzelnen Standort ausgerichtet“, sagt sie. Vielmehr begrüße und unterstütze man ausdrücklich „zielgerichtete Aktivitäten und Projektvorschläge, die der Errichtung von LNG-Infra- bzw. Suprastrukturen an der niedersächsischen Küsten dienen“. Das gelte sowohl für Wilhelmshaven als auch für Stade oder andere mögliche Standorte. Will heißen: Gibt es einen willigen Investor, will man den unterstützen.

Ob aus den Plänen für einen norddeutschen LNG-Terminal je etwas wird, steht indes weiter in den Sternen. Sowohl in Stade als auch in Brunsbüttel wollen die Projektgesellschaften erst die Wirtschaftlichkeit prüfen. Für Wilhelmshaven gibt es bislang nicht einmal einen möglichen Investor.

Klaus Wieschemeyer
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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