HANNOVER/WILHELMSHAVEN - Hat Joachim Werren die Vergabe des Bauauftrags für den Jade-Weser-Port manipuliert? Diese Frage beschäftigte am Donnerstag den Landtags-Untersuchungsausschuss zum Tiefwasserhafen. Mehrere Stunden wurde der Wirtschafts-Staatssekretär befragt. Aus internen Vermerken geht hervor, dass Werren vom Hafenbeauftragten Joachim Erdmann stets über das umstrittene Vergabeverfahren informiert war. Gegen Erdmann läuft ein Disziplinarverfahren. Er soll Druck auf das Vergabeteam ausgeübt haben. Werren bezeichnete die Zusammenarbeit als vorbildlich. Erdmann habe ihn stets unterrichtet.
Der Staatssekretär will aber von Beeinflussung zugunsten des Hochtief-Konzerns nichts gewusst haben. Ich traue Erdmann nicht zu, dass er Mitarbeiter unter Druck setzt. Ein Zeuge hatte das gesagt und auch Werren beschuldigt. Wir haben wie die Schießhunde aufgepasst, dass die Vergabe des 480-Millionen-Auftrags sauber und unangreifbar verläuft, sagte Werren. Nach den Vermerken hat sich der Staatssekretär von Bremen überzeugen lassen, dass Hochtief den Hafen schneller und billiger bauen könnte als die Bunte-Gruppe. Werren räumte ein, dass sein Versuch gescheitert sei, den Bremer Geschäftsführer der Jade-Port-Gesellschaft, Helmut Holtermann, abzulösen.
Der Bremer Hafenmanager Stefan Woltering verteidigte das Eingreifen Bremens in ein grauenhaftes Vergabeverfahren. Das Festhalten des Vergabeteams um den gefeuerten Chefplaner Wolf-Dietmar Starke am Bunte-Vorschlag nannte er Super-Gau.
