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Wirtschaftsköpfe Bausparkassen-Chef setzt auf Transparenz

Marco Seng

HANNOVER - Zwischen dem üppigen Grün der Feigenbäume auf der Café-Terrasse fühlt sich Dr. Rüdiger Kamp wohl. Auch der Blick aus der Chefetage auf den kleinen Wald, in dem Wasser aus einem Granitstein quillt und in der Kiesfläche verrieselt, gefällt dem Vorstandsvorsitzenden der Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord/Nannover). Gleich vier Gärten unter einem Dach vereint das neue Bürogebäude im Süden von Hannover. Die Sonne strahlt hell durch die verglasten Fassaden. Die grüne Oase sieht mehr nach Urlaub aus als nach harter Büroarbeit.

„Wir sind transparent“, beschreibt Kamp die Philosophie des Unternehmens. Die Gärten dienten der Kommunikation. Manchmal tagt der Vorstand dort, Gäste werden unten bewirtet. Auch bei Abendveranstaltungen tummeln sich die Menschen zwischen Pflanzen aus den Subtropen und vom Mittelmeer.

Dr. Rüdiger Kamp ist seit Mai 2005 Vorstandschef der LBS Nord, einer der größten Bausparkassen in Deutschland. Der gebürtige Oldenburger hat die meiste Zeit seines Lebens allerdings in Weser-Ems verbracht und wohnt nach wie vor mit seiner Familie im Stadtteil Bürgerfelde. In Oldenburg ist er auch weiter gut gesellschaftlich vernetzt.

Der 54-Jährige pendelt fast jeden Tag zwischen der Landeshauptstadt und dem Nordwesten. „Ich bin und bleibe Oldenburger“, betont er.

Kamp wurde im Pius-Hospital in Oldenburg geboren, machte sein Abitur am Graf-Anton-Günther-Gymnasium.


Die berufliche Laufbahn des vierfachen Vaters begann in Bremen. Bei der Sparkasse lernte er Bankkaufmann. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Kiel ging es zunächst zurück nach Bremen. Der große Karrieresprung kam 1995, als Kamp zum Vorstandsmitglied bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) berufen wurde. Das blieb er zehn Jahre bis zum Wechsel nach Hannover.

Kamp hat den Schritt von der Hunte an die Leine nicht bereut. Er ist im Sparkassen-Finanzverbund noch eine Stufe höher geklettert, die Arbeit macht ihm Spaß.

Kamp steht jeden Morgen um fünf Uhr auf und schwimmt in Rastede seine Runden. Um sieben Uhr wird er nach Hannover chauffiert, im Auto beginnt der Arbeitstag. „Bis ich hier angekommen bin, habe ich schon die Welt in Bewegung gebracht“, lächelt Kamp. Zurück geht es meist erst am späten Abend.

Der Herr der Zahlen sieht seine LBS gut aufgestellt. „Wir haben die Marktstellung in Niedersachsen ausgebaut“, sagt Kamp mit Stolz in der Stimme. Die rund 650 Mitarbeiter der viertgrößten Bausparkasse betreuen rund 1,2 Millionen Kunden mit 1,5 Millionen Bausparverträgen. Kamp hat die LBS Nord noch stärker in den Sparkassenverbund integriert. Bausparen werde durch leicht steigende Zinsen wieder attraktiver, meint der Vorstandschef. „Wir rechnen mit mehr Geschäft.“

Kamp will die LBS Nord technisch und organisatorisch weiter modernisieren. Die Einbeziehung des privat genutzten Eigentums in die staatlich geförderte Altersvorsorge ist ihm wichtig. „Wir haben sehr erfolgreich Wohn-Riester eingeführt“, sagt er.

Kamp liegt auch der Nachwuchs am Herzen. Er freut sich, dass die LBS Nord seit 2009 in Kooperation mit der Sparkasse Hannover Bankkaufleute ausbildet. Zudem hat er im Unternehmen einen „kleinen Kreis“ mit Nachwuchskräften ins Leben gerufen, die „gefordert und gefördert“ werden sollen. „Junge Leute bringen neue Ideen.“

Und in der knappen Freizeit? Da fährt Kamp gerne Fahrrad. Den Drahtesel hat er als Abschiedsgeschenk von der LzO bekommen. Oder er geht ins Stadion zu Hannover 96. Eigentlich würde Kamp lieber Bremen sehen. Seit 30 Jahren ist er Werder-Fan, doch trotz Dauerkarte schafft es der Top-Manager nur einmal im Jahr ins Weser-Stadion.

 @ Mehr Portraits:  

http://www.nwzonline.de/wirtschaftskoepfe

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