Hannover - Immer sparsamer, immer maßgeschneiderter, immer smarter und immer schneller: Selbstlernende Roboter und künstliche Intelligenz in der Produktion sind die Top-Themen der diesjährigen Hannover Messe, die am Sonntagabend eröffnet wurde und noch bis zum 27. April für Besucher geöffnet ist.

Der technische Fortschritt verändert auch die Arbeitswelt. An vielen Stellen wird das deutlich. Roboter-Mensch-Kooperation:   Mensch und Roboter arbeiten in der Fabrik von morgen Hand in Hand – das wird bei der Leistungsschau der Industrie deutlich. „Die Akzeptanz wird vor allem dann bestehen, wenn es einfach und intuitiv ist“, meint Manager Elias Knubben vom Automatisierungsspezialisten Festo. Und das ohne Schutzzäune, erklärt Christian Tarragona vom Roboterhersteller Kuka. Denn der neue Kleinroboter, der für eine Traglast von drei Kilogramm ausgelegt ist, spürt es, wenn er irgendwo anstößt. Dann bleibe er stehen – reagiere also wie ein Mensch.Künstliche Intelligenz: Sie geht einher mit dem Roboterthema und befähigt die mechanischen Helfer, selbst zu lernen, sich zu optimieren und auch dem Menschen anzupassen. Oder dem Menschen Dinge beibringen. Das kann der Tischtennis spielende Roboter „Forpheus“ von Omron Electronics. Er kann eine Flut an Informationen so verarbeiten, dass er Ereignisse wie komplexe Bewegungen vorherzusehen vermag. Daten, Daten, Daten: Große Aufmerksamkeit dürfte auch dem neuartigen Scanner des Unternehmens Pepperl und Fuchs gewiss sein, der Menschen oder Gegenstände scannt und per Pixelwolke in Daten umwandelt. Sie sollen im industriellen Kontext eine individualisierte Produktion ermöglichen.Automatisierung und Elektromobilität der Zukunft: Ein Hingucker ist das Vorserien-Modell eines Elektrokleinbusses, das ein Aachener Start-up mit ZF sowie der Unterstützung von Microsoft entwickelt hat. Er soll 2019 an den Start gehen und in bestimmten, genau ausgewiesenen Stadtbezirken mit Blick aufs autonome Fahren erprobt werden. „Wir haben 72 Anfragen von Städten in Deutschland und aus anderen Staaten“, sagt Geschäftsführer Günther Schuh, „aber leider haben wir nur 200 Fahrzeuge.“ Insgesamt 20 Städte werden ausgewählt für die knapp dreijährigen Pilotversuche, bei denen – zunächst noch mit Fahrer – vor allem Erkenntnisse gewonnen und Daten fürs autonome Fahren gesammelt werden sollen. Logistik: Nicht nur die Industrie und ihre Fertigung werden immer stärker automatisiert, sondern auch die Logistik. Kleine Palettendrohnen oder Ultralifter bis hin zum elektrischen und autonom fahrenden Gabelstapler kreuzen künftig selbstständig durch die Lagerhallen – jedenfalls stellt sich das Toyota Material Handling so vor. SAP überwacht die Fahrzeuge.Arbeitswelt: Immer wieder werden Ängste laut, die immer stärkere Vernetzung und die Roboter könnten Arbeitsplätze kosten. Auf der Messe geht es mehr darum, den Menschen zu entlasten und von stupiden, langweiligen Arbeiten zu befreien. Der Mensch werde nicht von der Technik ersetzt, müsse aber lernen mit ihr umzugehen. Es gehe um Höherqualifizierung.