Hamburg - Das neu formierte Reederei-Schwergewicht Hapag-Lloyd steuert auf einen Börsengang 2015 zu. Das sei mit den anderen Hapag-Lloyd-Anteilseignern verbindlich festgelegt, schreibt der Chef des Reisekonzerns Tui, Friedrich Joussen, in einem internen Papier an das Management. Es lag Medien am Donnerstag vor.
Größter Hapag-Lloyd-Einzelaktionär wird die Compañía Sud Americana de Vapores (CSAV), die ihr Containergeschäft bei Hapag-Lloyd einbringt. Am Mittwoch hatten die Unternehmen – wie berichtet – einen Fusionsvertrag in Hamburg unterschrieben, wo auch der Hauptsitz bleibt.
Durch den Zusammenschluss entsteht das weltweit viertgrößte Unternehmen der Branche. Es kommt auf einen Gesamtumsatz von rund 12 Milliarden Dollar (fast neun Mrd Euro). Die Waren in mehr als jährlich rund sieben Millionen TEU (Standardcontainer) werden von mehr als 200 Schiffen transportiert. CSAV-Chef Oscar Hasbún sieht die nun größere Reederei in einer erheblich verbesserten Wettbewerbsposition. 300 Millionen Dollar (217 Mio Euro) sollen durch die Fusion eingespart werden.
Durch den neuen Miteigner CSAV ändert sich bei Hapag-Lloyd auch die Anteilsstruktur. Zunächst hält CSAV 30 Prozent. Nach Abschluss der Transaktion ist eine Kapitalerhöhung von 370 Millionen Euro beschlossen, von der CSAV 259 Millionen Euro übernimmt. Ihr Anteil steigt weiter auf 34 Prozent. Die übrigen 111 Millionen Euro finanziert der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Der Anteil seiner Kühne Maritime GmbH sei noch nicht abschließend berechnet, so ein Sprecher. Er werde aber über 20 Prozent liegen (bisher: 28,2). Die anderen Hapag-Anteilseigner halten bis zum Börsengang 23 Prozent (Stadt) bzw. 13,9 Prozent (Tui). Hamburger Banken und Versicherungen sind einstellig beteiligt. Tui will beim Börsengang 2015 seine Anteile komplett abgeben.
„Diese Fusion entspricht meinem lang erhofften Ziel, Hapag-Lloyd in die weltweite Spitzengruppe der Linienreedereien zu führen und meine Heimatstadt Hamburg als einen der wichtigsten Seehäfen im globalen Wettbewerb zu festigen“, teilte der Milliardär Kühne mit.
